548 Chrom. [556.557]
2. Lösliches braunes Chromoxyd oder saures chromsaures Chromoxyd.
Cr 2 0 5 , oder Cr 2 0 3 ,4Cr0 3 .
1. Kalte wässrige Chromsäure löst sehr leicht das gewässerte oder kohlen-saure grüne Chromoxyd. Die Lösung ist dunkler braun, als die der reinenChromsäure, trübt sich nicht beim Kochen, und lässt beim Abdampfen eineharzähnliche, spröde, luftbeständige Masse, die sich in kaltem Weingeist ohneVeränderung löst. Sie hält 27,79 Proc. (1 Ar.) grünes Oxyd und 72,21 Proc.(4 At.) Chromsäure. Maus. — Die Lösung gibt mit Ammoniak einen grünen Nie-derschlag; sie lässt sich bei 100° wiederholt, ohne Zersetzung, zur Trockne ab-dampfeu; aber die abgedampfte Masse, längere Zeit bei 100° erhalten, wirdunlöslich. Haues. — Beim Vermischen des salzsauren grünen Chromoxyds mWeinfach-clironisaurem Kali erhält man eine erst gelbe, danu braune Flüssigkeit,welche dann einen braunen Niederschlag der Verbindung fl) absetzt; aber dieFlüssigkeit bleibt braun. Sie enthält wahrscheinlich die Verbindung [2) = Cr 2 0 5 ,und der Niederschlag 1) ist als CrO 2 zu betrachten. Bkr/.Iclius. [Etwa so:Cr a 0 3 ,3HCI + 3 (KO,CrO 3 ) = 3 (KO,HCl) + 2(Cr 2 05) + CrO 2 .]
C. Chromsäure. CrO 3 .
Acide chromique.
Bildung. 1. Beim Glühen des Chromoxyds mit Kali, bei Zutritt derLuft, oder mit Salpeter, chlorsaurem Kali, welches [557] mit Heftig-keit Chlorgas entwickelt, oder Bleihyperoxyd, wobei sich cliromsauresKali oder chromsaures Bleioxyd bildet. — 2. Bei der Behandlung desOxydhydrats mit wässriger unlerchloriger Säure. Balard. — f3. BeimBehandeln eines Chromoxydsalzes mit mangausaurem Kali, bei Ge-genwart von freiem Kali, bildet sich cliromsaures Kali. Reynoso ( compt■rend. 32, 64G). L-l
Darstellung. 1. Man erwärmt 1 Th. chromsaures Bleioxyd, 1 Th.Flussspalh und 3 Th. rauchendes Vitriolöl gelinde in einer bleiernenFlasche, auf welche eine gröfsere bleierne Flasche, welche durchmehrere Oelfnungen den Luftzutritt gestattet, umgestülpt ist. Das inDämpfen aufsteigende Dreifach-Fluorchrom zerfällt durch die Feuch-tigkeit der Luft in entweichende Flusssäure und in sich sublimireiideChromsäure, deren Herabfallen in die untere Flasche durch eine autderen Mündung gelegte, durchlöcherte Bleiplatte gehindert wird. tto'
VERDORBEN. Die von Unverdorben empfohlene weitere Reinigung durch FäW e ®mit salpetersaurem Silberoxyd und Zersetzen des chromsauren Silberoxyds durchSalzsäure muss die Chromsäure salz- oder salpeter-säurehaltig machen. —• J 11der Bleiflasche bleibt viel Chrom zurück, weil der Wassergehalt des Vitriol"’*die Bildung des Fluorchroms zum Theil hindert; wasserfreie Schwefelsäure uu"selbst rauchendes Vitriolöl ist nicht geeignet, weil sich die wasserfreie Säure a* 1dem Fluorchrom verflüchtigt. Maus. — 2. Mail leitet die Dämpfe des 3 uS4 Th. clironisaurem Bleioxyd (oder 3,2 clironisaurem Baryt), 3 Th. kieset'freiem Flussspalh und 5 Th. rauchendem oder durch Kochen vom übet'schlissigen Wasser befreiten englischen Vitriolöl in einer Blei- oderbesser Platin-Retorte durch gelindes Erhitzen über einer Oellampe em'wickelten Fluorchroms in ein wasserhaltendes Platingefäfs, und verj a §aus der Flüssigkeit durch Abdampfen das Wasser und die Flusssäur(wozu das Hiuzufügen von Quarzpulver überflüssig ist), während dt^Chromsäure bleibt. Berzeuus. — 3. Man versetzt die heifse Lösuu»des zweifach-chromsauren lvali’s mit einer zur Fällung des Kali’s B*chganz hinreichenden Menge von dreifach - llusssaurer Kieselerde, hBr»