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Tellur.
[829.830]
Die geringste Menge organischer Materie färbt das Zweifach-Chlor-tellur beim Schmelzen gelb, durch Bildung von Einfach - Chlortellur,welche dann bei stärkerem Erhitzen in violetten Dämpfen entweicht.Das Zweifach-Chlortellur zerlliefst an der Luft, schneller als Chlorcal-cium, zu einer klaren, gelben Flüssigkeit, die allmälig milchig wird,und unter Verdunstung von Salzsäure zu weifsem tellurigsauren Zwei-fach-Chlortellur austrocknet. Gibt mit kochendem Wasser eine klareLösung, welche beim langsamen Erkalten gröfsere Krystalle von tellu-riger Säure absetzt, mit kleinern von teilurigsaurem Chlortellur gemengt-
— Verbindet sich mit den Chlormetallen der Alkalien zu Zweifach'Chlortellurmetallen. Berzelius. •
D. Tellurigsaures Zweifach-Chlor tellur. — Basisches Tellur*’-chiorid. — a. Scheidet sich ab bei der Zersetzung von Zweifach-Chlor-tellur durch kaltes Wasser. Lässt sich durch [830] anhaltendes Wa-schen von allem Chlortellur befreien, so dass reine teilurige Säure bleibt.
— b. Schiefst aus der Auflösung desselben in kochendem Wasser nebentelluriger Säure an. Diese Krystalle entwickeln beim Erhitzen unterstarkem Zerknistern und Aufschwellen Zweifach-Chlortellur, gebendann wenig krystallisches Sublimat, welches ebenfalls tellurigsauresZweifach-Chlortellur ist, und lassen teilurige Säure, die auch nachlangem Glühen noch Chlortellur enthält, daher in erstarrtem Zustandedurchsichtig und viel leichter schmelzbar ist, als reine tellurige Säure-
— c. Bleibt beim Aussetzen des Zweifach-Chlortellurs au die Luft, bises zerflossen und wieder eingetrocknet ist, zurück. — d. Beim Verdun?sten einer Lösung der tellurigen Säure im Wasserbade bleibt ein blass;gelber, durchsichtiger Rückstand, sehr langsam zerfliefsend, und dabeisogleich milchweifs werdend. Berzelius. — Diese Verbindungen a bis »halten tellurige Säure und Zweifach-Chlortellur nach verschiedenen Verhält-nissen. Die Berechnungen derselben ( Poyy. 32, 612—613) bedürfen einer Revi-sion , weil dabei TeCl und nicht TeCl 1 in den Verbindungen vorausgesetzt wurde-
E. Salzsaures Zweifach-Chlor tellur oder saures salzsaure sTelluroxyd. — 1. Man löst Zweifach-Chlortellur oder Telluroxyd ihwässriger Salzsäure. — 2. Man löst Tellur in Salpetersalzsäure. — DKsatt gelbe Lösung, auf dem Wasserbade verdunstend, lässt tellurigsauresZweifach-Chlortellur ( s . o.). Berzelius. Wenn die Lösung keinen gros-sen Ueberschuss von Salzsäure hält, so fällt Wasser aus ihr tellurig-saures Zweifach -Chlortellur; ein Ueberschuss von Wasser löst denNiederschlag nach Fischer nur in dem Falle wieder auf, dass die Lösungreicher an Salzsäure ist.
F. Salzsaure Tellursäure. — Die Lösung der Tellursäure in cou-centrirter Salzsäure lässt bei freiwilligem Verdunsten alle Salzsäureentweichen, so dass reine Tellursäure bleibt. Berzelius.
Tellur und Fluor.
A. Ziveifach- Fluor tellur. — Sublimirt sich heim Erhitzen derVerbindung B. Durchsichtig, in der Kälte fest, in der Wärme weichoder halbflüssig, zerfliefst sehr schnell an der Luft, lässt beim Zusatzvon mehr Wasser tellurige Säure fallen.
B. Tellurigsaures Zweifach-Fluortellur. — a. Die Lösung der