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ganze Inhalt der Dogmatik als eine unwahre Form durch denzersetzenden Gedanken der Auflösung mit dialectischer Consequenzzugeführt. Die ganze ethische Seite des Christenthums, die vonRationalisten einseitig festgehalten worden war, wurde hier völliguntergraben. — Es war lediglich die falsche Auffassung desAbsoluten als des erst in der Welt Werdenden, durch sie zumBewusstsein Kommenden, welche mit Nothwendigkeit den voll-ständigen Bruch zwischen Theologie und Philosophie hervorrufenmusste. Dieses Grundgebrechen der Hegel’schen Philosophie,welches noch von der Schelling’schen herstammte, die Fassungdes Absoluten als des Blindseienden, das erst durch den Processder Weltgeschichte zu sich selbst kömmt, wurde freilich vielfachverdeckt, aber es brach wieder von Neuem hervor, da es mitder Methode zusammenhing. Das Absolute ist zwar nach Hegelals Identität der in ihm enthaltenen Unterschiede transscendent,aber nur metaphysisch und nicht ethisch, da das Absolute sichnur als Resultat in dem Process der endlichen Welt als daswahrhafte concrète Sein erfasst. — Es gibt hier kein Weltsetzendes, sondern nur ein in der Welt werdendes Princip.Wenn das Absolute seine Wirklickeit nur durch Vollendung immenschlichen Bewusstsein gewinnen kann, so gibt es, strenggenommen, gar kein Absolutes, sondern der wirkliche Gott istder Mensch. Der Standpunkt der Hegel’schen Spéculation musstealso nothwendiger Weise in seiner Consequenz bei dem Fest-halten der blossen Immanenz in einen Anthropologismus Umschlägen,aus dem Strauss, Feuerbach, Bauer und Consorten hervor-gingen. —
In Schleiermacher war das kritisch-speculative Element ebenso bedeutend, wie seine tief religiöse Innerlichkeit. Die selteneVerbindung dieser beiden Elemente gab ihm die tiefe Wirksam-keit auf die theologische Richtung seiner Zeit. Schleiermacherhat seine tiefe Bedeutung in der Verinnerlichung des Glaubens imGegensätze gegen Rationalismus und Suprarationalismus. IndemSchleiermacher mit dem religiösen Bewusstsein an die Glaubens-sätze ging, hat er, auf der Basis des Gefühles stehend, ein be-deutendes dogmatisches Material über Bord geworfen. Trotzdem