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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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Schriften liegende reiche Ideenschatz gehoben werde und der sichvorbereitenden Entwickelung einer wahrhaft christlichen Spécula-tion als Anknüpfungspunkt dienen dürfte. Die Anerkennung St.Martins wird um so wichtiger sein, als er nächst Oetinger zwi-schen Böhme und Baader ein wahres Mittelglied bildet, und ebensomit Baader geistesverwandt ist, wie er auch stets auf Böhmezurückgeht. Wenn Baader von St. Martins Schriften sagt, dassin ihnen die Gedanken gleich schönen Blumen lose aneinandergereiht wie auf dem Wasserspiegel schwimmen, so ersieht manschon hieraus die Schwierigkeit des Unternehmens, von den reichenIdeen St. Martins eine Darstellung zu geben. Doch werde ichmich bemühen, in dieser Einleitung aus seinen Hauptschriftengewisse Grundgedanken hervorzuheben, welche hinlänglich vonder Tiefe seiner Ideen zeugen und vor Allem das Hochwichtigeerweisen werden, dass St. Martin nichts weniger als ein abstracterIdealist, sondern zugleich einem höheren Realismus ergeben unddaher bestrebt war, eine Vereinigung zwischen Idealismus undRealismus hervorzubringen.

Seine Spéculation fängt nicht vom Absoluten an , son-dern sucht von der empirischen Betrachtung des menschlichenWesens aus durch Induction ihr Princip zu gewinnen.In seinem Werke: De lEsprit des choses, spricht er sich überdie Grundfundamente seiner theosophischen Anschauungsweise infolgender Weise aus: Der Mensch wird hienieden nur mit einempassiven Gefühl geboren. Unser Leben entwickelt sich allmälig;während wir uns im Anfänge nur leidend verhielten, treten wirnun selbstthätig in vielseitige Beziehung zur Aussenwelt. DasVermögen, wodurch alle diese zusammengefassten und vielfachenOperationen erfolgen, bezeichnet St. M. mit dem Worte Empfin-dung. Es ist selbes die övvaf.ag unserer ganzen geistigen Ent-wickelung in unserer Beziehung zur Aussenwelt. Wir würdenkeine Idee, kein Selbstgefühl und Selbstbewusstsein haben, ohneWechselwirkung und Berührung mit irgend etwas Aeusserem, vonuns Unterschiedenen. Wir haben daher zu unterscheiden zwischendem, was in uns Eindrücke aufnimmt und dem, von welchem wirsie empfangen. Empfinden in diesem höheren Sinne bezeichnet