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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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ihm daher das Resultat der Vereinigung zweier von einanderverschiedener und getrennter Wesen, die Wechselwirkung zweiereinander ähnlicher, dabei aber von einander abgesonderter Kräftenur aus der Vereinigung beider kann uns Vorstellung, Idee, Ur-theil entstehen. Man kann das Wort Empfindung entweder passivnehmen, wo es sich auf den Gegenstand bezieht, durch welchensich uns das eine Element der Empfindung mittheilt; oder mankann es activ nehmen, alsdann bezieht es sich auf das Wesen,das durch eigene Selbstthätigkeit bis zum Sitz der Ursache seinerEmpfindung vordringt, diese auffindet, empfindet. Zwischenden äusseren Dingen und uns muss daher ein wechselseitigesZusammentreffen stattfinden. Die Objecte müssen aus sich her-aiisgehen und wir andererseits in sie hineindringen, und dasLetztere muss noch mehr geschehen, als jenes, weil wir es sind,die über den empfangenen Eindruck urtheilen müssen. St. Martinbehauptet demnach, dass sowohl in der physischen als in dergeistigen Welt alle Entwickelung nur durch eine Einigung oderHarmonie verschiedener Kräfte entsteht. Es ist daher von ihmdie tiefe Wahrheit ausgesprochen worden, dass die Einheit stetseine unterscheidende Mannigfaltigkeit in sich habe. Wie diephysische Zeugung nur dadurch stattfindet, dass zwei von ein-ander unterschiedene getrennte Kräfte, die dabei wirksam, Einheitoder Centrum geworden sind, wo jede ihre Grenze verlässt, damitsich beide in dem unsichtbaren Punkt, in dem sinnlich unbegreif-lichen Moment einer zeugenden centralen Einheit verhüllen undversenken, so findet etwas vollkommen Aehnliches bei der Er-zeugung unserer Ideen statt. Auch sie sind nemlich das Ergebnis»einer Vereinigung der verschiedenen Kräfte und das Neuerzeugtebedarf nicht minder einer neuen Anstrengung, um sich als etwasSelbstständiges und Individuelles aus dem Chaos seiner Entstehungdarzustellen. Da nun aber beide Kräfte im Zustande ihrer Ver-bindung als eine einzige zu betrachten sind, so muss ihnen nocheine andere Kraft zu Hülfe kommen, die sich mit ihrer Einheitverbindet. In der Ordnung der körperlichen Zeugung ist jenehöhere Kraft die Natur, als das allwirkende Gesammtvermögender Elemente und Stoffe des Universums, aus welchem nach ihren