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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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dener Theile der Materie sind, aber er kann auch nicht ein einzigesdieser Theilchen vernichten, weil das sie tragende und erhaltendePrincip in seinem Wesen auf keine Weise getheilt werden kann,und in diesem Sinne ist die Materie (ihrem Wesen nach) nichtnur nicht ins Unendliche theilbar, sondern überhaupt nicht theilbar.

In aller Zeugung kann das Product niemals seinem Zeuge-princip gleich sein, auch nicht Theil desselben, obgleich dieFrucht, wenn sie hernach zu wachsen beginnt, dem Individuum,das sie erzeugt hat, an Stärke und Grösse gleich kommen oderes gar iibertreffen kann. In dem Augenblicke der Zeugung aberist die Frucht nothwendig geringer und unter dem zeugendenIndividuum. Sagt ja sogar der Menschensohn:Der Vater istgrösser als Ich. Dieses Gesetz gilt indess im strengsten Ver-stände nur für die émanante Zeugung, wo stets Trennung desGezeugten vom Zeugenden eintritt. Anders bei der immanentenZeugung, wo das Product (genitus) als Production sich nie vonseiner Quelle (genitor) scheidet. Insofern Gott existirt (ist),oder Existenz hat (nicht bloss Wesen und Princip ist, sondernauch ins concrète Dasein (ewig) getreten ist), denkt man sich Ihnals hervorgebracht. Hier steigt die Production immer in dasProducirende, oder Existenz in Grund und beide sind im Unter-schiede doch eins und untrennbar. In der Zeit trennen sich diezeugenden Potenzen durch ihren Zusammentritt unter sich undvon dem Gezeugten. In der Ueberzeit einen sich jene untersich und mit diesem im Verhältnisse ihrer Unterscheidung.

Wenn man also den höheren Rang des Princips der Materieüber der Materie erkennt, und hiemit ihre Nichteinerleiheit, wennman die materiellen Gebilde von dem Princip der Materie unter-scheidet, so wird einleuchtend, dass die materiellen Formen ohneUnterlass abwechseln können, während das Princip unverrücktdasselbe bleibt, so dass also die Formen der Materie entstehenund vergehen, indess das Princip der Materie ewig, unveränder-lich und unzerstörlich ist.

Unsere Naturforscher haben bemerkt, dass die Körper sichwandeln, sich auflösen und verschwinden, dass aber diese Körperauch ohne Unterlass durch andere Körper ersetzt werden. Da