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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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Die früher nachgewiesene Analogie der drei Elemente mitden drei verschiedenen Theilen des menschlichen Körpers könnendem Menschen den Unterschied seiner sinnlichen Fähigkeiten undseiner geistigen oder seiner leidenden und seiner thätigen kennt-lich machen.

In der Dunkelheit über diese Gegenstände haben die Men-schen für eins genommen, was augenscheinlich zweierlei ist. Dennnur weil sie ihre verschiedenen Fähigkeiten nicht von einanderunterschieden haben, sind sie in den Glauben verfallen, dass siemit den Thieren gleicher Natur seien. Sobald sie einmal dieFähigkeiten der Materie mit den Fähigkeiten des Verstandes ver-wechselt hatten, fanden sie im Menschen nur ein einziges Wesenund weiter nur ein einziges Princip und eine und dieselbe Wesen-heit in allem, was existirt. Nach dieser Betrachtungsweise stellender Mensch, die Thiere, die Steine, die ganze Natur, nur Wesendar, die einerlei Art und bloss durch ihre Organisation und ihreForm unterschieden sind.

Ohne Berufung auf früher schon Nachgewiesenes wollen wirnun sehen, ob nicht durch Beachtung dessen, was bei den Thie-ren , denen die Eintheilung der Form in drei unterschiedeneTheile ebensowohl zukommt als dem Thiermenschen, vorgebt,sich eine Verschiedenheit der Fähigkeiten jedes von diesen dreiGliedern der Eintheilung herausstellt, wenn sie gleich demselbenWesen angehören und wenn sie gleich sämmtlich das Materiellezum Gegenstände und zum Ziele haben.

Alles ist gestaltet durch Zahl, Maass und Gewicht. Jedesist verschieden vom andern. Die Zahl ist das, was die Actionerzeugt, das Maass was sie ordnet und richtet, das Gewicht wassie bewirkt. Diese drei Categorien haben ihre Anwendung über-all. Sie müssen aber nicht dasselbe beim Menschen wie beimThiere bedeuten.

Beim Thier bezieht sich die Zahl auf den Kopf, weil esdas Princip seiner Actionen mittelst der Organe des Kopfs insSpiel setzt, das Maass auf das Herz oder Blut, weil es im Bluteine mehr oder minder starke Empfindung nach Maassgabe derConstitution des Individuums erfährt, der Umfang dieser Empfin-Baaders Werke, XII. Bd. 9