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ist er leibfrei, und da der Mensch nur wollend noch leibfrei ist,so muss dem Wahnsinnigen auch diese Leibfreiheit genommen sein.
In seinem Ursprünge hatte der Mensch zum Gesetz: zuherrschen über die sinnliche Kegion, wie er es noch heute soll.Aber damals war er mit unvergleichlicher Kraft angethan, nichtshinderte ihn und nichts widerstand ihm. Nach seiner Verurthei-lung blieb ihm von allen Gaben, die er empfangen hatte, nichtsübrig als ein Schatten von Freiheit, d. i. ein Wille, dessenAttribut die Sprache ist, der aber fast allezeit ohne Kraft undMacht ist. Der Mensch hat als ein intellectuelles Wesen aller-dings vor den körperlichen Wesen allzeit den Vorzug, ein Be-dürfniss zu fühlen, wovon sie nichts wissen; aber er kann nichtbesser als sie allein sich Befriedigung verschaffen, er kann nichtbesser als sie der thätigen und intelligenten Ursache entrathen,ohne die nichts Zeitliches mit Nachdruck und Erfolg agiren kann.Welche Früchte, fährt Saint-Martin fort, könnte also der Menschwohl heut zu Tage hervorbringen, wenn er bei seiner offenkundigenOhnmacht glaubte kein anderes Gesetz zu haben als seineneigenen Willen und wenn er zu gehen versuchte, ohne sich vonjener thätigen und intelligenten Ursache leiten zu lassen, vonwelcher er abhängt, er mag wollen oder nicht, und von der er —Deus est mortali juvans mortalem — Alles erwarten muss, wiedie körperlichen Wesen, unter die ihn sein Geschick versetzt hat.
Seine eigenen Werke würden alsdann keinen Werth undkeine Kraft haben und die zwei unteren Ursachen, aus denen ergegenwärtig zusammengesetzt ist und die sich unaufhörlich inihm streiten, würden ihn nur ruhelos hin und her treiben undihn in quälende Ungewissheit stürzen; gleich den zwei Linieneines gegebenen Winkels, die sich zwar jede in entgegengesetz-tem Sinne bewegen, sich von einander entfernen, sich einandernähern, zusammenfallen und sich einander decken, aber niemalsirgend eine Figur zu Stande bringen können, wenn nicht eine dritteLinie hinzukommt. Denn diese dritte Linie ist das nothwendigeMittel, das den Unbestand der zwei ersteren aufbebt, die ihreLage bestimmt, die eine von der andern unterscheidet und end-lich eine Figur gestaltet.