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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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Auch folgt aus dem Gesagten, dass diejenigen Regierungen,die noch bestehen, unfehlbar fallen werden, wenn sie nicht dasaufgestellte Princip zur Basis haben, und dass, wenn sie sich etwadavon entfernt hätten, das beste Mittel sie zu erhalten darin be-stehe, sich diesem Princip wieder zu nähern."

Saint-Martin gibt der monarchischen Verfassungsform denVorzug vor der polykratischen. Stets verfällt mit dem Verfalleder Religion die ächte Monarchie in Monokratie und Polykratie.

Ueber die Aechtheit aller gesellschaftlichen Einrichtungender Erde erhält uns der Umstand in Zweifel, dass sie allgemeineine der andern Feinde sind. Diese Feindschaft würde aber nichtstattfinden, wenn das nemliche Princip bei allen diesen Associ-ationen gewaltet hätte. Denn da der Wille dieses Princips Ord-nung ist, so würden alle Einrichtungen, bei denen es vorgewaltethätte, ohne allen Zweifel nur den nemlichen Zweck gehabt haben,und dieser Zweck wäre auf keine Weise gewesen: über einanderherzufallen: sondern vielmehr: sich gegenseitig zu unterstützengegen Verbrechen, Laster und Sünde.

Denn, setze ich hinzu, auch die Staaten haben nicht (bloss)mit Fleisch und Blut zu kämpfen und diess bleibt wahr, obgleiches dermalen den Führern lächerlich däucht, wenn man ihnen sagt,dass ihr und der Staaten Feind die Sünde sei.

Um sich solche Betrachtungen fern zu halten, zeigt Saint-Martin,waren die Politiker bemüht, die gesellschaftlichen Einrichtungenals nach Art und Weise der Werke der Natur gebildet anzusehen.Woraus sie auch das Kriegsrecht ableiten zu können glaubten.

Der Unbestand, die Verschiedenheit der Verfassungen undder Hass der Regierungen unter einander beweisen, dass sie sichnicht von dem höheren Gesetze leiten lassen, und also von ihremersten Zustande ausgeartet sind. Ist aber der seines Führersmangelnde Mensch Unmensch, wie die ihres Dirigens mangelndeNatur Unnatur, so wird das Analoge mehr oder minder auch vonden Staaten gelten. Da alles durch die Reaction im Universumgeschieht, so hat auch die ewige Gerechtigkeit öfter Völker dieWaffen ergreifen lassen, um strafwerthe Völker zu strafen; aber siehaben dessen, dass sie wechselweise Diener ihrer Rache sind,