in uns selbst. Das Verderben kann nicht in dem freien
geistigen Wesen entstehen, ohne dass es selbst freiwillig dessenKeim und Quelle hervorbringt.“
Wir selbst also verführen uns zur Sünde, kein Wesenausser uns, kein Teufel, vermag das ohne unseren Willen undunsere thätige Beihilfe zu thun. Dieser kann mir nur die ver-botene Frucht Vorhalten; den Arm danach ausstreeken, danachgreifen kann nur ich. — Niemand, heisst es in der h. Schrift,sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde;denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen; er versucht Nie-manden, sondern ein Jeglicher wird versucht, wenn er von seinereigenen Lust gereizet und gelocket wird. Danach wenn die Lustempfangen hat, gebieret sie die Sünde; die Sünde aber, wennsie vollendet ist, gebiert den Tod. Epist. Jacobi 1. V. 13,14, 15. — Stolz und Hochmut!) ist die erste und ewige Quellealler Sünde. Ihr werdet mit Nichten, sprach der Versucher, desTodes sterben, sondern werdet sein wie Gott.
„So ist es deutlich, dass das göttliche Wesen nichts zu demHebel und zu der Unordnung beiträgt, die unter seinen Productenentstehen können, weil es die Reinigkeit selbst ist.... Wiesollte die Unordnung und das Verderben bis zu ihm dringen
können, da selbst in der physischen Ordnung die Gewalt derfreien und verdorbenen Wesen so wie alle Rechte ihrer Verderb-niss sich nicht weiter als auf die secundären Gegenstände er-strecken und niemals auf die ersten Ursachen? Die grössten Un-
ordnungen, die sie in der physischen Natur hervorbringen können,verändern bloss ihre Früchte und Producte und erstrecken sichniemals bis auf ihre Grundpfeiler.“
Das Böse existirt essentiell gar nicht. Keine Essenz istund kann böse sein. Die Essenz der Wesen, welche böse ge-
worden sind oder werden, ist und bleibt selbst gut. Gleichwieder Mensch über sein thierisches Lebensprincip nichts vermag,ja selbst durch Selbstmord sich nicht davon los machen kann,so vermag Lucifer nichts über die Naturprincipien. Die schöneVergleichung, welche Saint-Martin ausführt in Rücksicht derWirkungen Gottes und der Sonne ruhen auf dem Grunde einer