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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
Entstehung
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172
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tiefen Naturweisheit. Kein achter Naturweiser hat die grosseWahrheit verkannt, dass jedes Geistige sein Symbol im Sinnlichenhienieden habe und dass folglich die ganze Natur als Hieroglyphevor unseren Augen liege ! Baco liefert in seiner Sprachemerkwürdige Proben dieses grossen Natursinnes und unter denNeuern vorzüglich Herder.

3 .

Wenn ein Mensch irgend ein Werk verfertigt, so malt erdamit nur den Plan, den Gedanken oder das Bild, welches ersich davon gebildet hat, sichtbar aus. Er bemüht sich, diesemAbbilde so viel Aehnlichkeit mit dem Original zu geben, als ihmmöglich ist, damit seine Gedanken um so deutlicher verstandenwerden können.

Thätige, schaffende Offenbarung seiner Gedanken oder unauf-hörliche Emanation seiner selbst, seiner inneren Form, seinesBildes, macht das wahre Leben jedes Menschengeistes aus.Die innere Formation setzt eine unformirte Präsenz und eineAdoption des Willens zur inneren Formation voraus. Auch Gottsieht den Gedanken (Weisheit) erst unformirt und er adoptirtund concipirt selben wollend zum actuellen Gedanken als innererFormation, welche durch die Natur zur äusseren wird.

Wenn diejenigen Menschen, denen sich der Mensch ver-ständlich machen will, in seinen Gedanken lesen könnten, sohätte er keine sinnlichen Zeichen nöthig, um sich ihnen verständ-lich zu machen; alles, was er dächte, würde von ihm begriffenwerden, ebenso geschwind und so deutlich als er es selbst denkt.

Wenn der Mensch zu andern spricht oder für andere schreibt,so will er dieselbe innere Offenbarung, die in ihm ist, in andern.Im magnetischen Rapport findet etwas der Art statt, wie Saint-Martin hypothetisch berührt. Diess darf aber nicht dazu verleiten,zu meinen, im originalen Zustande des Menschen falle allesAeussere (Natur) als Medium binwég. Vielmehr war auch imoriginalen Zustande innere und äussere Offenbarung, nur war dieletztere zwar sinnlich, aber nicht materiell. Ebenso wird dieSolidarität der innern und äussern Formation auch dann statt