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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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finden, wenn der Mensch keinen materiellen Leib mehr hat, undwo also eine immaterielle äussere Formation durch die materiellenicht mehr verdeckt wird. Desswegen ist es ebenso falsch, deninnern Menschen als die blosse Innerlichkeit des materiellen Lei-bes zu denken, als es falsch sein würde, Gott als das Innere derCreaturen zu denken. Das zeitliche Thier ist so gut innerlichund äusserlich formirt, als der ewige Engel und Mensch. Untersinnlichem Zeichen (signe sensible) versteht oben Saint-Martinnur die materielle Signatur. In der Zeit muss freilich die Figurationerst materiell werden, damit sie nach der Zeit immateriell bestehe.

Die Menschen haben niemals einen andern Zweck in ihrenHandlungen, als ihren Gedanken das Vorrecht der Herrschaft,

der Allgemeinheit und der Einheit zu verschaffen. Und warum

sollten wir nicht glauben, dass das allgemeine Werk Gottes dieAusbreitung und die Herrschaft der Einheit zum Zweck habe,die wir uns selbst in allen unseren Handlungen vorsetzen 1 ? Nichtssetzt sich der Annahme dieser Aehnlichkeit (Analogie) zwischenGott und dem Menschen entgegen.

Wie die vergleichende Anatomie für äussere Formen, sogibt das Gefühl der Analogie des Menschen mit Gott und derGeschöpfe um ihn mit ihm selbst *) einen sicheren Leitfaden ansich selbst, der ihn durch das grosse Labyrinth der lebendigenSchöpfung begleite, und wenn man bei irgend einer Methodesagen kann, dass unser Geist dem durchdenkenden und allumfas-senden Verstände Gottes nachzudenken wage, so ist es bei dieser.V. Herders Ideen I, 92. Wer erkennt nicht in der Nach-weisung des Zweckes des Menschen die Königswürde des Menschenund wer wird dabei nicht an Christi Verheissung erinnert!

Die verdorbenen Wesen, welche den Gesetzen der Gerechtig-keit in dem sichtbaren Raume der Welt unterworfen sind, sinddoch immer noch der Gegenstand der Liebe Gottes, der beständigdahin wirkt, die eingetretene Trennung aufzuheben.

Diese Offenbarung Gottes in der materiellen Natur vergleichtder Verfasser späterhin'ungemein schön und treffend mit der Er-

*) Dem Menschen auch für das Innere aller geschaffenen Wesen um ihn.