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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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scheinung des Regenbogens, welcher sich nur dann zeigt, wenntrübe Dünste am Himmel sind. Die gegenwärtige Sinnlichkeit(die materielle) ist Werkzeug, Organ der Gottheit und Vehiculumseiner Lebenskräfte und für uns Stütze und Unterlage, uns zuIhm emporzuheben. Wirklich quillt auch hienieden nur aus demStaube Leben, und sinnliches Wohlsein macht die Basis allesunseres edleren Kräftepiels aus.

Uebrigens ist in Betreff der verdorbenen Wesen ein Unter-schied zu machen zwischen jenen, die sich direct und jenen, diesich indirect wider Gott setzten. Insofern die verdorbenen Wesen ander Zeit Theil nehmen, scheint ihnen freilich der Zugang derGnade nicht ganz verschlossen zu sein. Da nemlich die Teufel,so lange die materielle Schöpfung besteht, nicht in der (unge-schaffenen) Hölle sind, so hält sie Entstehen und Bestehen des Ma-teriellen eben über und ausser der Hölle, und die Materie ist also sowenig ein Böses, dass sie vielmehr zur Rettung vom Bösen da ist.

Alle Producte, alle Wesen der allgemeinen und besonderenSchöpfung sind, jedes in seiner Art, der sichtbare Ausdruck derEigenschaften der allgemeinen oder besonderen Ursache, die inihnen wirkt. Sie müssen alle die deutlichsten Zeichen dieserUrsache, aus der sie bestehen, an sich tragen; sie müssen derenArt und Kräfte durch ihre Handlungen und Werke offenbarenund mit einem Worte deren cbaracteristisches Zeichen und gleich-sam das sinnliche und lebendige Bild davon sein. Alle Wirkungender Natur tragen den Beweis dieser Wahrheit an sich, wie Erdeund alles, was die Erde hervorbringt. Die Traube weiset auf denWeinstock, die Dattel auf den Palmbaum, die Seide auf denSeidenwurm, der Honig auf die Biene zurück, jedes Mineral, wiejedes Gewächs in seiner Weise. Dasselbe gilt von den Erfindungender Menschen.... Wir müssen daher jenes System bestreiten,nach welchem man eiue fortschreitende Vervollkommnung annimmt,vermöge welcher auch die untersten Arten und Classen der Wesenzum höchsten Rang in der Wesenkette aufsteigen können, sodass man nach dieser Lehre nicht mehr weiss, ob nicht einStein dereinst ein Baum werden könne, der Baum ein Pferd, dasPferd ein Mensch. .. . Vielmehr ist in den Gattungen und selbst