Buch 
12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
Entstehung
Seite
177
JPEG-Download
 

177

heit seien. Eigentümer der Wahrheit sein ist aber nichts anderesals Gott sein. Und wie sollte der Atheist auch nicht das Daseindes höchsten Wesens anzeigen, da alle Wesen der Natur dersichtbare Ausdruck seiner schaffenden Kraft sind, und der Menschzugleich der Ausdruck seiner schaffenden und seiner denkendenKraft sein muss.

Nicht von einer Identität des Denkens und Seins in Gott,sondern von einer Identität der denkenden und schaffenden Kraftin Gott sollte man sprechen. Denken ist Gedanken Zeugen,Schaffen ein Sein Hervorbringen.

Die Elemente, welche den Sinnen unbegreiflich sind, derenDasein und Nothwendigkeit aber die Vernunft beweiset, sind inihrem Wesen und in ihrer Zahl bestimmt.... Sie können end-lich als die ersten Zeichen der hohem Kräfte angesehen werden,von denen sie unmittelbar abhängen.

Von dieser Grundlage geht die hermetische Weisheit aus,und man sieht sohin ihre Unentbehrlichkeit und objective Wahr-heit. Der Verfasser des vorliegenden Buches beruft sich aufsie durcbgeliends mehr als auf ein Lemma. In der Folgewird der Zahl die Vermittelung zwischen Princip und (innerer)Form gegeben. Alle Vermittelung hat den Character des Worts.Elemente sind die schaffenden Mächte vermittelnd mit den ge-schaffenen Dingen als jener erste Zeichen und Organe.

Alle Wesen der materiellen Natur zeigen eine heilige undgöttliche Ursache nicht deutlich genug au."

Die Heiden erkannten den Menschen als Spiegel, Centrum,Bild der Natur und diese als Bild der Gottheit. Hominemin natura quaerentes, in natura Numen. Den von Gott Ge-lehrten war nur der Mensch ausschliessend Bild der Gottheit;Natur war ihnen zwar Seiner Hände Werk, das Werk zeugtevom Meister, aber (eigentliche) Offenbarung suchten sie nicht inder stummen, chaotischen Natur. Den meisten unserer Welt-weisen ist abermal die Natur ein wahres Idolum non loquens!

Wenn das Ausgehen meiner Gedanken, meines Willens undmeiner Handlungen nichts in meinem Wesen verändert, so kannBaaders Werke, XII. Bd. 12