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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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199
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gegeneilt. Das Leben jedes einzelnen Menschenkindes ist esnicht minder. Kindisch und unbedeutend und ekel wäre dieseFabel an sich allein, nicht werth der Mühe des Zerrens und derPlage und des Plackens. Aber sie sollte Keim und Saat seineiner herrlichen Moral, die natürlich nur erst am Ende der Fabelfolgen kann, folgen wird ! Siehe hinaus in das Getümmel desgrossen Haufens dieses wild durch einander aufgestörten Ameisen-haufens, welches sind die ersten Ressorts aller Betriebsamkeit etc.unter ihm ? Im Durchschnitte genommen meist noch niedere Leiden-schaft, irdische Nothdurft. Noch handeln Thiere auf dem Schau-platze dieser Welt, der einzelne (humane) Weise ist meist alsmüssiger Spectator im schonenden Incognito unter jene verflochten.So muss es sein und gerade so steht es in Phädrus Fabeln.Aber die Lehre der Moral hintennach ist die für Thiere?*) Nein!Ausschliessend für (vernünftige) Menschen und auf eben demSchauplatze sollten und werden einst Menschen handeln!Dann erst wird sich mit einemmale aufhellen, zu was uns dietrauriglustige Posse des Fragments unseres Lebens als bedeuten-des Vorspiel taugte. Vater dein Reich komme!

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Um mitten unter dem Mangel, den ihr leidet, eure Hoffnungzu beleben, so bemerkt, dass nach dem Beispiel der allgemeinenWirkung des Lebens alle Flüssigkeiten, sowohl wässerige, feuerige,magnetische und elektrische immer streben, ihr Gleichgewichtwieder zu erlangen und sich an die Orte hinzubegeben, wo siefehlen; bemerkt ferner, dass die gröbste und in materiellen Kör-pern concentrirteste Luft immer mit der Luft der Atmosphäre inGemeinschaft steht ; dass diese Luft beständig durch unsern Körpergeht und dessen kleinste Gefässe durchdringt; dass sie aber, so-

*) Es versteht sich für jeden verständnissfähigen Leser eigentlich vonseihst, dass Baader hier nicht von eigentlichen Thieren spricht, sondernvon Menschen, die, so viel sie nur können, wie Thiere lehen, im Gegen-sätze von Menschen, die solche wahrhaft sind, weil und inwiefern sieihrem Gesetze gemäss lehen. v. 0.