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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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P. 127. Z. 2830. Wenn der Verfasset sagt: Du (o Mensch)stammst aus Gott, was sagt er anders als der Apostel Paulus,der den Menschen göttlichen Geschlechtes erklärt?

P. 128. Z. 610. Alle Menschen sind oder sollen seinMitbürger des Gottesreichs, also für einander, nicht gegen einandergeschaffen.

P. 130. Z. 37. Das Gesetz des Menschen ist constitutivund drückt darum in demselben Maasse auf ihn als er es nichterfüllt.

P. 130. Z. 812. Es ist nemlich eine doppelte Dichtungzu unterscheiden: in der einen führen die Sinne dem Geistedie Bilder vor, in der andern, ächten, führt der Geist sie denSinnen vor.

P. 131. Z. 128 ff. Die Behauptung, es gebe kein Uebelin der Welt und was Unordnung im Einzelnen scheine, bringeallgemeine Ordnung hervor, fand Saint-Martin nicht bloss inmaterialistischen, sondern auch in idealistischen Systemen. Manverfocht ausdrücklich den Satz : Privatlaster seien öffentlicheTugenden, d. h. die Sünden und Laster der Einzelnen trügen zurBeförderung des Wohles der bürgerlichen Gesellschaft bei. Ebensowenig erschrack oder erröthete man vor der Babauptung, der Todalles Einzelnen sei das Leben des Ganzen. BeklagenswertherWeise pflanzte sich diese Lehre ihrem Grundgedanken nach ausdem Spinozismus selbst auf Schelling und Hegel fort und ver-breitete sich von diesen imponirenden Geistern aus in einer Siind-fluth von seichten Schriften über ganz Deutschland und halbEuropa. Mit einer Art raffinirter Wohllust wühlte besondersL. Feuerbach in wahnsinniger Verherrlichung und Vergötterung desTodesgedankens, indem er mit seiner Verzweiflung an allem Stand-haltenden eine erhaben sein wollende und sollende, in Wahrheitaber doch nur hohle und lächerliche Prahlerei trieb. Ich setzezur Illustration einige seiner Sätze aus seinen Gedanken überTod und Unsterblichkeit hierher :

Ewig lebet der Mensch, desshalb, wisst! sterben die Menschen:

Alles Zeitlichen Tod ist ja das Ewige nur.

Kann es einen elenderen Begriff vom Ewigen geben?