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Im Himmel ist der Tag, im Abgrund ist die Nacht,
Hier ist die Dämmerung : wohl dem, der’s recht bedacht.
Kein Tod ist herrlicher als der ein Leben bringt,
Kein Leben edler, als das aus dem Tod entspringt.
Mensch, wirke weil du kannst dein Heil und Seligkeit,
Das Wirken höret auf mit Endung dieser Zeit.
Die Zeit ist edeler als tausend Ewigkeiten,
Ich kann mich hier dem Herrn, dort aber nicht bereiten.
Das Meer der Ewigkeit, je mehr’s der Geist beschilft,
Je undurchschifflicher und weiter er es trifft.
Je weiter man von Gott, je tiefer in der Zeit,
Drum ist den Höllischen ein Tag ein’ Ewigkeit.
Wie selig ist der Mensch , der alle seine ZeitMit anders nichts verbringt als mit der Ewigkeit.“
Den von Saint-Martin gerügten Irrthum hat Feuerbach inallen Variationen durchgespielt, worin ihm übrigens in seinerWeise schon Blasche (Das Böse im Einklang mit der göttlichenWeltordnung) vorausgegangen war, der seinerseits sein Lichtleinan der düster brennenden Fackel der damals noch halb spinozisti-schen, halb platonischen, halb neuplatonischen Schelling’schenPhilosophie ansteckte. Mit lichter Klarheit und mit aller Leb-haftigkeit tiefer Empfindung fährt Saint-Martin in der citirtenStelle fort: „Was ist denn eine allgemeine Ordnung, die ausUnordnung im Besondern besteht? Was ist denn ein gesammtesGute, das aus einzelnen Uebeln zusammengefügt ist? Was istdenn das Glück der Gattung, das aus dem Unglück der Indi-viduen besteht? So bringt doch auch Freude mit Thränen undSeufzern in Einklang! Lasst alle Gattungen sich wiedergebärenund Leben aus Leichnamen erzeugen und, wollt ihr die Weltschön finden, wartet nur, bis die Hand der Zeit sie bis in ihrenGrund hinein erschüttert und in einen Schutthaufen verwandelt hat!Aber sie mögen lieber ihren Verstand belügen und ihre Vernunftverfälschen, als in sich die Grösse und um sich her den traurigen