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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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allen seinen Werken einen geistigen und moralischen Zweck zuzu-sclireiben. Treffend fragt der Verfasser:Können wir denn, ohneunsinnig zu sein, einen anderen Zweck bei der Forschung undUntersuchung seiner Werke haben, als einen weisen, sittlichenund geistigen? und etwas anderes darin suchen, hiesse dasnicht, etwas suchen, was nicht darin ist und was wir nicht darinfinden könnten? Hat aber, fährt der Verfasser fort, Gott einen sitt-lichen Zweck bei seinen Werken gehabt, so erfragt ihn doch ander Endursache dieser Werke, und nicht an ihrem Bau, welchersie nicht kennt, noch sie euch lehren könnte.

P. 177. Z. 710. Saint-Martin bezeichnet die Musik derneueren Zeit als schwach und ohnmächtig, weil sie nicht wie diedes hohen Alterthums sich den Leitungsquellen anpasst, wesshalbsie höhere Tugendkräfte nicht herabziehen kann. Das Gehörals Sinn der Musik ist übrigens der einzige, der höhere Wirk-samkeiten auszudrücken vermag.

P. 179. Z. 2528. Aller Name ist Repräsentant des Ge-nannten.

P. 179. Z. 29 ff. Wie schädlich unrichtige Uebersetzungenwirken, davon gibt Saint-Martin ein Beispiel in dem hebräichenWorte Nacham, womit der Hebräer sowohl Bereuen als Sichtvöstenausdrückt. Er zeigt mit Recht, dass es in Gott kein Bereuengeben könne, obwohl Bekümmerniss, weil alle seine Werke aufWeisheit gegründet sind.

P. 180. Z. 2729 ff. Wie die Wirkungssphäre des Menschendurch den und seit dem Fall eingeschränkt worden ist, so ist damitseine Verantwortungssphäre, wie gross sie auch noch ist, einge-schränkt worden.

P. 182. Z. 23 ff. Wenn die Rationalisten die BedeutungChristi darein setzen wollen, dass er die wahre Moral zuerst ge-lehrt habe, so hätten sie nur darauf blicken sollen, dass er dieseMoral auch durch seine Handlungen vollkommen bekräftigte, umin Christus mehr als den besten Moralprediger zu erkennen.Saint-Martin hebt hervor, dass der Mittler keinen Menschensterben liess, Handlungen der Ueberstrenge verhinderte, stets allen