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Dem Ignoti nulla cupido (nulla aversio ) kann man auchbeisetzen: non cupienti nulla cognitio, jedoch nur im engerenSinne, denn das erste Erkennen ist immer gegeben. JedemErkenntnisstriebe geht also ein Erkennen vor und ein anderesfolgt ihm. Ignoti nulla fides. Non cupiti nulla existentia,non existentis nulla cupido. Cupido affectus a cupito et v. v.Attractio, retractio. Ignoti nulla voluptas, nullum tormentum.
P. 2. Z. 15—18. „Schon jenes Verlangen für sich allein beweist,dass der Mensch in sich selber Spuren jener Wahrheit finden,dass er ein sicheres Vorgefühl derselben haben müsse, wie weniger auch (vorerst) im Stande sei, sich Rechenschaft davon zugeben. “
Man wird hier erinnert an das, was Saint-Martin im Tableaunaturel über die Reminiscenz sagt, wo er den Vergleich mit derEichel durchführt, welche in ihrem Werden zum Baume allesthätig reproducirt, woran sie passiv Theil nahm. Jenes Vorgefühlist ein halbes Erkennen, was zur Ergänzung treibt. Voluptatempraesagit multa cupido.
Der Mensch findet sich nemlich als vernünftig nur in dem,worin Vernunft ist. Sein Suchen nach der Vernünftigkeit derDinge ist also die Ueberzeugung, dass selbe ihren Urständ undBestand in der Vernunft haben; woraus der Unverstand Jenerfolgt, welche die vor dem Menschen entstandenen Dinge, ja denMenschen selber einer nichtintelligenten oder unvernünftigen Ur-sache zuschreiben. Ohne den Glauben, dass Vernunft in derNatur sei, sagt Hegel, könnte der Mensch nicht an das Ex-periment gehen.
Wenn wir in den exacten und Naturwissenschaften gewisseGrundsätze (Axiome) anwenden, so fragen wir nicht weiter, warumsie wahr sind, sondern wir werden inne, dass sie ihre Wahrheitdurch sich selbst verbürgen, indem sie nicht notiones causatae,sondern notiones causae sind. Das Axiom aller Axiome ist dieWahrheit der Unmöglichkeit der Nichtexistenz Gottes, somit dieWahrheit der Nothwendigkeit seiner Existenz. Die Anerkennungdes durch sich selbst Seienden, also Gottes, ist unumgänglich.Als das durch sich selbst Seiende ist Gott das Unbewegliche