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12 (1860) Franz Baader's Erläuterungen zu sämmtlichen Schriften Louis Claude de Saint-Martin's / herausgegeben von Friedrich von Osten-Sacken
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und erschaffenen Lebens zurückstrahlen. Auch diese Spiegel derzweiten Ordnung müssen nun in etwas an den Eigenschaften derewigen Liebe Theil haben, um den grossen Zweck ihses Daseinszu erfüllen.

Wenn die von Gott emittirten Wesen ihm nicht als Spiegeldienen können, falls sie nicht selber sich in tiefer stehendenWesen spiegeln können, so gilt dieses vorerst immanent vonGottes Miroir-Gentre oder von Sophia, welche gleichfalls ihrenSpiegel haben muss, die Nature-Centre. Jene geht ewig unmit-telbar, diese mittelbar in Gott hervor; womit denn die Trilogievon Gott, Geist (Sophia) und Natur in Gott selber nachgewiesenist. Wie Gott sich in Sophia (Urspiegel) verherrlicht, so diesein Urnatur.

Wenn Saint-Martin von einer Extraction aus eigener EssenzGottes als der Liebe spricht, so gilt diess von den coessentialen(immanenten) Spiegeln, nicht von den geschaffenen, welche aparte ante nicht ewig sind. Unter den Spiegeln der zweitenOrdnung versteht Saint-Martin den Inbegriff der geschaffenenursprünglichen Natur als den Wirkungskreis der Spiegel ersterOrdnung oder der intelligenten Wesen, und wenn der jetzigeMensch, so oft er seine Gedanken in den Naturformen, die ihnumgeben, verkörpern will, nur nach unendlichen Schwierigkeitenein Resultat zu erhalten vermag, wenn sich also die Spiegel, vondenen er alles erwarten dürfte, seinen Wünschen widerspenstigzeigen und ihm nur verzerrte und täuschende Bilder zurückgeben,so erblickt Saint-Martin darin den schlagendsten Beweis, dass derMensch sich nicht mehr in seinem ursprünglichen naturgemässenZustande befindet, also gegen seinen wahren Spiegel versetzt ist.Denn in der That ist das Bild effectiv nur so lange und da-durch ein solches, dass es dem, dessen Bild es ist, zur Selbst-bespiegelung dient. Dient es nicht mehr dazu, so bewirkt derNichtreflex nofhwendig eine Brandung der zeugenden Liebe, diedurch das Refractärsein des geschaffenen Wesens irritirt wird.Saint-Martin kommt hier auf die schon in seinen früheren Schrif-ten aufgestellte Behauptung zurück, dass der Ursprung des Bösenweder in Gott, dessen Wesen das Gute selber ist, noch in der