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„Ebenso kennt die Nacht nicht das Gestirn des Tages, dasmit seinem erhabenen Glanze ihre Dunkel zerstreut; die Blumen-zwiebel zeigt noch nichts von der Farbenpracht, die bald her-nach an ihren Blüthen sich offenbart, obgleich sie alle dieseWunder in ihrem Schoosse trägt, und überhaupt alle Herrlich-keiten, die ein jeder Keim in sich verwahrt, brechen durch ihnhindurch, lösen ihn auf, und bringen im Tempel des Lichts dieGaben dar, die dieses seinen Kindern gewährte; während dieUeberreste der gröberen Hülle, die sie anfangs als Keim verbarg,im Dunkel der Erde begraben bleiben, und von allen den schönenWundern, die über ihnen geschehen, nichts erfahren. So darfman kühn das jetzige Weltall ein Samenkorn nennen, das einstein majestätischer, herrlich geschmückter Baum war, und dereinstwieder ein solcher Baum mit unzähligen Blüthen und Früchtensein wird. Doch von allen diesen künftigen Blüthen weiss dasSamenkorn nichts, obgleich jene mit Ungeduld den Augenblickerwarten, wo ihnen vergönnt sein wird, ihre Gaben der Regiondes höchsten unvergänglichen Lichtes darzubringen, wie unsereirdischen Blumen der Region des Elementenlichtes. “
Von hohem Werthe für die Erkenntniss der Lehre Saint-Martin’ssind die sich unmittelbar anschliessenden Entwickelungen (S. 88):
„Dem Menschen, der mit dem Weltall einen gleichen Berufhat, ist über sein eigenes Wesen eine Obergewalt gegeben, die,indem sie das ihm aufgetragene Tagewerk vermehrt, zugleichauch ihm ungemein erfreuende Aussichten eröffnet. Er soll nem-lich nicht allein seinen Körper erneuern und ihm alle Eigenschaftender einfachen und reinen Ursubstanz zurückgeben (das Nemlichestrebt auch das sichtbare Weltall zu erreichen), sondern auch diegöttliche Wurzel seines denkenden Wesens soll er wieder zumEbenbild seines ewigen Ursprungs umschaffen, damit dasselbeauf diese Weise fähig werde, seinen Durst nach Bewunderungzu stillen, und jene göttlichen Wunder selber zu betrachten, dieihm verwandt sind, und die es desshalb einzig im ganzen Weltallzu empfinden und zu bewundern vermag. Jene Wiedererneuerungbesteht aber nur darin, dass er sein Gemüth aus der Region derfalschen Bewunderung, die ihn unter die Trugbilder einer niedern