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Körper bedarf zum Gehen ,. Wirken und Leben so wenig als derder Thiere einer Kenntniss der Anatomie und Physiologie; indieser Hinsicht gehört die Einsicht bloss der Natur, das Handelnund Thätigsein dem Geschöpfe.“
In verwandtem Sinne bemerkt Hegel, dass man zum Ver-dauen des Studiums der Physiologie nicht bedürfe, und Leibnizbemerkt, dass die Menschen vernünftig seien (logisch dächten)auch ohne beschriebene Vernunftkunst (Logik), gleichwie sie singenkönnten auch ohne Kunst der Musik.
P. 97. Z. 26 — 28 und P. 98. Z. 1—5. „Selbst in derClasse der vernünftigen Wesen, wenn diese ihrer ersten Bestim-mung treu geblieben wären, würde ein Gleiches oder Aehnlichesstatt finden. Ihre Bestimmung war, wie die aller andern Ge-schöpfe, zu handeln und alle die Wunder zu entfalten, welcheihr Ursprung in sie gelegt hatte, und die Wonne eines solchenlebendigen Wirkens, das freudige Gefühl ihres Daseins, wäre un-gleich süsser und nützlicher für sie gewesen, als das Vergnügen,dieses Dasein zu zergliedern und zu kennen.“
Wir sehen und beneiden die Thiere, sofern sie bloss imThun ihr Glück und Wohlsein finden als Etres d’ exécution. Inder That könnten und sollten wir auf andere Weise dasselbe.Die Wissenschaft ist des Schöpfers, das Geschöpf soll thun.Meiden das Böse, solches nicht thun und das dir angewieseneGute thun, ist dein Verstand (Hiob 28, 28). In diesem Sinnegilt hier Rousseau’s Satz: qu’ on cesse de sentir , quand oncommence à penser.
P. 98. Z. 1 — 5. Statt zu denken erforscht er die Gesetzedes Denkens, statt zu lieben, die Gesetze der Liebe, statt zuleben die Gesetze des Lebens — statt zu verdauen die Gesetzedes Verdauens.
P. 100. Z. 10—24. Der Entschluss, nicht zu handeln be-vor nicht alle Kräfte zum Handeln analysirt worden, wäre gleichthöricht wie der Entschluss, das Sehen einzustellen, bis die kritischeAnatomie des Auges vollendet sein werde. Aehnliches proponirtKant mit seiner Kritik der reinen Vernunft in Betreff des Ge-brauchs des Erkenntnissvermögens.