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Programm der Realschule und des Progymnasiums zu Ohrdruf als Einladung zur Theilnahme an den am 18. und 19. März 1869 zu veranstaltenden Prüfungen sämmtlicher Classen : 1. Ueber Phytoptus Duj. und eine grössere Anzahl neuer oder wenig gekannter Missbildungen, welche diese Milbe an Pflanzen hervorbringt : 2. Schulnachrichten / vom Oberlehrer Dr. Fr. Thomas
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30 und 31), und wodurch ferner die Annahme einer (zweiten) Fortpflanzungsweise nach Art der Ammen-erzeugung mindestens höchst unwahrscheinlich wird. Wir führen hier zugleich eine botanische Arbeit an,welche durch die Landois sehe Untersuchung hervorgerufen wurde. Schlechtendal hatte (Botan. Zeitung.1866. Nr. 28 und 29) Erläuterungen zu einer Abhandlung Malpighis gegeben und nachgewiesen, dass einevon Malpighi beschriebene Missbildung am Wein das Erineum vitis Schräder sei (a. a. 0. p. 227 ad IX).A. Röse lenkte alsdann (Bot. Zeit. 1866. Nr. 38) die Aufmerksamkeit der Botaniker auf Landois Arbeitund hob zuerst die Identität der Missbildung durch Phytoptus vitis Land, und des Erineum vitis hervor.Auch die von Landois beschriebene Haarwucherung auf den Erlenblättern fällt, so müssen wir hinzufügen, miteiner Erineum-Art zusammen, nämlich mit Erineum alneum Pers.

Wir wenden uns nun zum zweiten Theile unserer Aufgabe, zur Beschreibung einer grösseren Anzahlvon Missbildungen durch Phytoptus, welche zum Theil neu, sämmtlich aber mit der Dujardinschen Milben-Gattung bisher nicht in Zusammenhang gebracht worden sind.

Zweiter Abschnitt.

Neue oder wenig gekannte Fflanzen-Missbildimgen, welche durch Phytoptus-

Arten hervorgebracht werden.

1. Phylleriaceen. Unter diesem Namen fassten die Botaniker in den ersten Decennien unseres Jahrhun-derts eine Reihe von abnormen Haarbildungen der Blattspreite (bei Amentaceen, Rosaceen u. s. f.) zusammen,welche sie für Pilze hielten. Persoon hatte 1797 (Tentamen disposit. method. fungorum, pag. 43) das GenusErineum aufgestellt, und Monographien über diese Gattung erschienen 1822 von Schlechtendal (Denk-schriften der bot. Gesellsch. zu Regensburg . Band 2, p. 73100); 1823 von Kunze (Kunze und Schmidt,Mykologische Hefte. Leipzig . Zweites Heft, p. 117176), der 45 Arten aufzählt und über die umfangreicheältere Literatur ausführlich berichtet, und 1834 von Föe (Memoire sur le groupe des Phylleriees. Paris etStrassbourg ). Letzterer beschreibt nicht weniger als 72 Arten, die zweifelhaften nicht eingerechnet. DerVerdacht, dass diese Gebilde keine wahren Pilze, überhaupt keine selbstständigen Organismen, sondern krank-hafte Produkte der betreffenden Pflanze selbst seien, wurde schon frühzeitig ausgesprochen. So erwähnt Kunzeschon (a. a. 0. p. 131) der grossen Uebereinstimmung mancher Erineen mit den Haaren in den Nervenwin-keln, anderer mit den Fasern der Bedeguare, konnte sich aber noch nicht entschliessen, sie aus der Ordnungder Pilze auszuscheiden. Unger (Exantheme der Pflanzen. Wien 1833. p. 371386) hält die Erineen fürdie Produkte einer Wucherbildung der Epidermis, welche mit der Haarbildung unter einen Typus fällt (a. a. 0.p. 383). Eingehender beschäftigte sich mit dieser Frage zuerst Föe. Er schickte seiner Monographie eineZusammenstellung der Beobachtungen voraus (Phyller. p. 1422), welche er über das gleichzeitige Vorkommengewisser Thiere mit den Phylleriaceen gemacht. In der Nähe der Erineum-Bildungen fand er Aphiden, inner-halb der Haarfilze aberLarven, wie er sie nennt, die er für die wirklichen Urheber der Haarbildungenansieht (a. a. 0. p. 19). Er prüfte vorzüglich 4 Arten von Erineum unter diesem Gesichtspunkt, nämlichErineum tiliaceum, E. Vitis, E. acerinum und E. juglandinum. Die Abbildungen, welche er (PL I. fig. 1. b. c.und 2. c., sowie PL V. fig. 8. b.) von denLarven gibt, würden schwerlich die Vermuthung aufkommenlassen, dass sie Phytoptus-Arten darstellen sollen. Wir erinnern uns nicht, jemals mangelhaftere Zeichnungengesehen zu haben. Aber die Beschreibungen lassen keinen Zweifel übrig, dass er an allen 4 genannten Artenvon Erineum diejenige Milbe gesehen, welche wir jetzt Phytoptus nennen, und welche nach Landois undunseren eignen Untersuchungen an den bezeichneten (und anderen) Erineum-Arten in der That regelmässigvorkommt. Wenn F6e einigemal (p. 14 unter Nr. 22 und ebenso p. 17 unter Nr. 30 bei Erineum Oxya-canthae) dieLarven sechsbeinig nennt, so liegt hier vermuthlich ein Beobachtungsfehler vor. Ebenso hat ereinen nicht uninteressanten Irrthum begangen, wenn er (Pl. VI. fig. 5. b.) Coniferen-Pollen abbildet, den er