419
Anhang.
Als sich gleich nach dem Erscheinen dieser kleinen Schrifteine alarmirende Missstimmung gegen dieselbe kund gab undverbreitete, die sehr weit ging, schrieb der Kitter FranzBaader in ritterlichster Weise unter Anderem Folgendes:
„P. II. hat für gut befunden, aus meinen älteren Schrifteneinige Sätze zusammenzustellen, welche den keineswegs überflüs-sigen Zweck haben, der Fundamentallehre des Christenthums,der Lehre von der Trinität, jene nicht blinde und gedankenlose,sondern wissenschaftliche Dignität und Autorität wieder zu vin-diciren, welche dieselbe früher hatte, und welche sie nur durchNegation und Verflachung der Kcligionswissenschaft und durchEingehen des älteren wissenschaftlichen Kirchenlehreramtes ver-loren hat. Wie denn selbst die besseren dermaligen katholischenund protestantischen Theologen uns unverhohlen ihren gänzlichenNichtbegriff dieses Dogma’s bekennen. Woraus die Gegner natür-lich folgern, dass die christliche Doctrin, somit der christlicheGlaube, mit einer Gedankenlosigkeit oder vielmehr mit einerDenkwidrigkeit, d. h. mit dem Commandowort: Kopf unter undAugen zu! beginne, und dass hiemit unter dem Worte: „Andacht“nicht das Denken an und über Gott verstanden werden sollte,sondern das Nichtdenken, z. B. bei den täglich in der Messegesungenen Worten: Genitori genitoque &c., Worte, welche man,um den Laien kein Scandal zu geben, ja nicht deutsch, wieP. II. that, aussprechen dürfte. Da ich mich nun durch einvieljähriges Quellenstudium hierüber eines besseren belehrte, daich die Ueberzeugung der ältesten Theologen und Kirchenlehrerwieder gewonnen habe, dass die Mysterien in demselben Sinnesolche sind, in welchem jeder Same ein Mysterium ist und bleibt,so lange man ihn dem Aufschluss durch Wachsthum entzogen