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war in Folge der ihm gewordenen Aufklärungen über seinezu verändernde Stellung zu weiteren Maßregeln entschlossen,um seine Unabhängigkeit dem Kaiser gegenüber um jedenPreis zu behaupten. Die verrätherischen Umtriebe hattenschon begonnen, als der Kaiser davon noch nichts ahnete,und den eigenmächtigen Feldherrn noch zur Nachgiebigkeitbestimmen zu können glaubte.
Bereits gegen Ende Decembers war der Graf Kinsky ,ein böhmischer Flüchtling und vertrauter Freund des Her-zogs von Friedland, der unter sächsischem Schutze in Dres den lebte, von Wallenstein zu einer Besprechung auf seinGut Teplitz berufen worden. Auf dem Wege schon inPirna erhielt er Briefe vom Herzog und von dem mit demHerzoge sehr vertrauten General, Grafen Terzka, die ihnbestimmten, sofort an den sächsischen Generalzeugmeister,Herrn von Schwalbach, nach Dresden zu schreiben, unddemselben eine deutsche Uebersetzung des in böhmischer Spracheabgefaßten Schreibens des Terzka zu überschicken. In dessenFolge schrieb Schwalbach an den Kurfürsten 31. (21.) De-cember und legte den Terzka'schen Brief bei.
Durchlauchtigster Hochgeborner *
Gnedigster Churf vndt Herr
Anietzo bericht mich d Herr Graue Kinsky, daß alßer nacher Pirna kommen vmb seine Reiße von dannen nachDeplitz vortzustellen, sey ihme ein Schreiben von seinemSchwager dem Grawen von Dertzky vndt neben demselbenauch eines vom Hertzog zu Fricdlandt von Pilßen außvberlieffert worden, worinnen der Graue Dertzky ihme etliich-maßen zu verstehen geben was er mit ihme sich zu vnter-reden befelcht seye, welches Schreiben er ins Teutsche brin-gen vnd Euer Churs. Dchlt. vnterthenigst communiciren,darnebenst aber gerne wolte, daß von dießer Sach, vonseiner Person nichts auß gebracht würde, stelleten es dero-wegen zu Euer Churs. Dchl. gnedigst beliebung dieselbe
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