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Wegen deS Herzogs reeompens will der Kurfürst sehen,was derselbe verlange und erwartet darüber Arnims Er-öffnungen. Für sich selber verlangt der Kurfürst als „dieihm in privatis gebührende satisfaction“ den erblichenBesitz der Lausitzen jedenfalls, womöglich noch Magdeburg und Halberstadt als erbliches Besitzthum, wo nicht, die Be-setzung der beiden Stifter für alle Zeiten und, wenn dießnicht zu erlangen, den Eger'schen Kreis als erbliches Be-sitzthum. — Zugleich erhielt Armin eine Vollmacht undder von Berlin durch Dresden reisende Franz Julius diedefinitive Antwort, daß man die Friedensunterhandlungenmit dem Herzog von Friedland vornehmen wolle.
Man sieht aus dieser Instruktion, daß der Kurfürstund Arnim den Kaiser nicht um seine Stellung im Reichebringen, sondern denselben nur im Nothfalle zu einemFrieden zwingen wollten, der die evangelischen Standesicher stellen und die Fremden aus dem Reiche entfernensollte. Freilich war dabei auf den guten Willen unddie Mäßigung des Herzogs gerechnet, dem namentlichArnim wenig traute. Deshalb ließ er sich noch den 22.(12.) Februar eine Bescheinigung vom Kurfürsten geben,die er selbst aufgesetzt, daß er seinen Herrn vergeblichum einen Beirath bei diesen Unterhandlungen gebeten unddies Geschäft nur auf dringendes Begehren deffelbenallein übernommen habe und von jeder Verantwortungfrei sein solle, die Sache möge ablaufen, wie sie wolle.— Nun erst schickte er sich zur Abreise an, verweilteaber immer noch einige Tage in Dresden , wo sehr be-denkliche Nachrichten von Pilsen eintrafen, zu deren Er-läuterung erwähnt werden muß, was in den letztenTagen in Böhmen vorgefallen war.
Nach den früher erwähnten Briefen waren die Generaleund Obersten für den 13. (3.) Februar vom Herzog wie-der nach Pilsen berufen worden, der jeden Tag ArnimsAnkunft erwartete. Auch Piccolvmini und Gallas waren