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zu gewinnen hoffen darf) in allen seinen politischen Einrichtungengerade so zu verfahren, als ob er sieh vorgenommen hätte, sichirgend einmal (unbestimmt wann oder ob es auch je geschehenkönnte und würde) völlig zu schliessen, und Pichte weiset diesemStaate bestimmter und mit einer Klarheit, zu der sich bisher nochkein staatswissenschaftlicher Schriftsteller erhoben hatte, die Rich-tung vor, in der er sich in dieser Absicht zu erhalten hat. Denndarüber waren doch alle, auf ihren Vortheil sich verstehendenStaaten, sowie die besten neuern Schriftsteller, bereits lange einig,dass jeder Staat, der sieb als solcher erhalten will, überall aufmöglichste Productions- und Fabricationsselbständigkeit dringen,„dass er Alles, was Gutes und Schönes auf der Oberfläche der„Erde ist, sich insoweit er nur kann, kräftig zueignen müsse *),“dass er nicht dulden, noch viel minder selber Veranlassung gebendürfe, dass ein einzelner Gewerbszweig (z. B. Production) aufKosten des anderen (z. B. der Fabrication) begünstigt werde**);dass Producte (sei es Nahrungs- oder Fabricationsstoff) auf dieseWeise und ohne alle Rücksicht auf Fabrication, besonders inLändern, wo die Fabrication bereits hinter der Production zurückgeblieben, ausführen, nichts anders heisse, als Menschen aus-führen; dass man die ausländische Circulation der inländischen,nicht aber umgekehrt, diese jener unterordnen müsse; dass Mangelan Aufsicht, und völlige Frei- d i. Preisgebung des auswärtigenHandels an das, mit dem Interesse des Auslandes im Bundestehende, Privatinteresse des Kaufmanns zu nichts anderem führe,als das Land zu einer Colon ie eines anderen zu machen, undals solche niederzuhalten; dass endlich absichtliche Begünstigungder Handelsleute nicht einmal Begünstigung des Handels sei &c. —In dieser Hinsicht kann man auch so wenig (wie doch der
*) Geschlossner Handelsstaat, 3. B., 2. Capitel. S. Werke J. G. Fiehte’s,III, 489.
**) Man begüngstigt nemlich hiermit im Grunde nur die Uebervorthei-lung des Auländers über den inländischen Fabricanten, von welcher Ueber-vortheilung der inländische Producent, selbst wenn es gut geht, nur einenkleinen Theil zieht, und zwar nur so lange, als der inländische Fabricantnoch nicht völlig ruinirt ist und ausser Concurrenz tritt.