Band 
Zweiter Band.
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I.

Nach so vielen in unserer Zeit gemachten Erfahrungen sollteman freilich meinen, dass das Verständniss über das Wesen undUnwesen des Revolutionismus uns sattsam geöffnet worden wäre,wovon sich indess das Gegentheil zeigt, indem man z. ß. nochimmer und schlier allgemein diesen Revolutionismus nur einseitig,nemlich von seiner negativen Seite fasst, nicht aber zugleich vonseiner positiven Seite, oder indem man nicht klar einsieht, dassder Ausbruch jeder revolutionären Bewegung, als einer wennschon usurpirten socialen Macht oder puissance und als einerabnormen monstrosischen Evolution oder Geburt des Lebens,nur die Folge einer (verschuldeten oder nichtverschuldeten) nicht-assistirten, schlecht assistirten, oder zuriiekgedrängten positivenEvolution desselben Lebens ist; sei dieses nun im religiös-ethischen,oder bloss natürlichen, sei es im individuellen, oder im socialenLeben: so dass es folglich z. B. in letzterem nicht genügt, diesenegative Evolution durch polizeiliche und Prohibitiv-Mittel zurück-zudrängen und niederzuhalten, falls man nicht zugleich die zurück-gehaltene unfreigewordene positive Evolution wieder frei machtund fördert, mit anderen Worten: dass es nicht genügt, denBarrabas wieder zu binden, falls man den gebundenen Christusnicht wieder frei gibt*). Ohne nun jener Fehlgriffe zu erwähnen,

*) Jede Stagnation des Lebens in der Zeit muss bereits als eine Bin-dung desselben erkannt veerden, gemäss dem Satze: non progredi estregredi. Was z. B. für jedes ins Leben getretene Institut gilt, welches,zu einer puissance geworden, sich als solche nur dadurch in Bestanderhält, dass es in der Zeit fortschreitend sich des Yeraltens