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Zweiter Band.
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hierin Partei machen für die eine Classe seiner ihm anvertrautenMitbürger gegen die andere. In letzterer Hinsicht wäre auchwirklich das sogenannte Mercantilsystem die einzige Staatskunst,und jede kluge Staatshaushaltung finge nicht damit an, dass sichjeder Staat zu Hause ehrlich nährte und erhielte, sondern damit,® dass er nur auf das Geld und den Wohlstand anderer Staaten

speculirte, d. h. ihnen in ihren Beutel stiege u. s. f.

Aber so ist es nicht. Die Interessen und der Wohlstandaller einzelnen Gewerbe und Stände sind allerdings vereinbar,und eben nur durch diese Vereinung ist der Wohlstand Allereiner Grösse und einer Zunahme fähig, die auf jedem anderenWege Keinem erreichbar ist. Und es ist eben so klug gehandelt(denn dass es nicht recht gehandelt wäre, versteht sich von selbst),auf diese Wohlstandsvereinigung in einem Lande Verzicht zu thun,und durch den Wohlstand des einen oder anderen Standes aus-schliessend den Wohlstand einer ganzen Nation oder eines ein-zelnen Staates gründen und befördern zu wollen, als es kluggehandelt sein würde, einen Leib an seinen wesentlichen Gliedern$ oder Organen oder auch nur an dinein zu verstümmeln, in der

i Hoffnung, dass dieser Leib dessen ungeachtet gedeihen werde,

und die Nahrungssäfte um so mehr nun den übrigen GliedernZuströmen würden.

Wir wollen nun sehen, ob sich bei einem passiven Verhaltender Regierung diese geforderte und zum wahren, soliden National-reichthum unumgänglich nothwendige Vereinung der Interessenund des Wohlstandes der drei Hauptgewerbe erwarten und hoffenlässt. Oder ob vielmehr ein einzelner Staatskörper nicht aufähnliche Art zu Stande kommt, und sich als solcher erhält, wiejeder einzelne Naturkörper.

Wie die Natur manch widerwärtge KraftVerbindend zwingt und streitend Körper schafft.

Wie ein Zusammentreffen der Interessen des Käufers undVerkäufers doch überhaupt möglich ist, sehen wir insofern anjeder Fabrik, bei welcher Anlagecapital und Kunst im Vergleichemit einer anderen derselben Art beträchtlich zugenommen haben,

und welche eben darum bessere, wohlfeilere und freilich auch

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