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Zweiter Band.
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aus seinem Geschrei zu erkennen. So macht er es, um von demVerkehrten nur ein Beispiel zu gehen, den o b e r p f ä I z i s ch c nchurfürstlichen Eisenhütten im ganzen Ernste zum Vonvurf, dasssie noch immer die Einfuhr des steierischen Eisens nicht entbehr-lich machen, oder, wie er sich naiv ausdrückt, dass sie halt nochimmer kein steierisches Eisen erzeugen! Der Mann weiss alsonicht einmal, was jeder gereiste, gemeine Hammerschmied weiss,dass weder in Steiermark, noch an irgend einem anderen Orte,welcher immer dermalen seines vorzüglich guten Stabeisens wegenbekannt ist, die Kunst (denn diese ist hier gerade meist im um-gekehrten Verhältnisse mit der Gunst der Natur), sondern eben nurdie Gunst, die besonders gute Beschaffenheit der Erze, an dervorzüglich guten von Kalt-Rothbruch und anderen Fehlern völligfreien Beschaffenheit des steierischen Eisens schuld ist, und dasses eben so einfältig und lächerlich sein würde, einer Eisenhütte,die z. B. (wie diess bei den oberpfälzischen Eisenhütten der Fallist) im Ganzen nur sehr unreinen Eisenstein verbläst, der z. B.mit Uranerz und anderen Unarten gemengt ist, und somit das zurProduction guten Eisens erforderliche Verlüiltniss der Erdarten,dessen Mangel durch keine Kunst ganz zu ersetzen ist, nicht ent-hält, einen Vonvurf darüber zu machen, dass ihr Eisen doch anGüte dem von anderen Hütten (welche nur vortreffliche ErzeVerblasen) nachstehe, als es absurd und lächerlich sein würde,dem österreichischen Winzer es zum Vorwürfe zu machen, dasser noch immer keinen Burgunder erzeuge. Eben so abgeschmacktund Unwissenheit bezeugend ist des Verfassers Vorwurf, dassnicht auf allen oberpfälzischen Eisenhütten Draht, und auf keinerStahl bereitet werde, indem sogar jeder Stümper weiss, dass nurdas spathige oder überhaupt sehr braunsteinhaltige Eisenerz (dasdarum selbst sogenannte Stahlerz) Schmelzstahl, und nur die aller-besten und seltensten Stabcisensorteu (englischen) Brennstahl geben,wesswegen auch die Engländer noch immer aus Schweden dasDanemora-Eisen zu ihrem vortrefflichen Brenn- und Gussstahleinführen, nnd, obschon sie Meister in der Eisenhüttenkunst sind,doch noch immer (bis es ihnen etwa der Verfasser lehren wird)kein Danemora-Eisen aus ihren Erzen zu erzeugen im Stande