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hinaus in ihren bedeutendsten Gewerben gelähmt, sohin entvölkertund verarmt bleiben? — „Ich kann mit dem Meinen machen,was ich will,“ wird jener sagen, und mit seinem Gelde, er seinun Gutsbändler oder Pabricant, wenn er ja selber die Folgenzu fühlen anfängt, davon ziehen. Ilie und da wird vielleichtein anderer grosser Forstbesitzer den Klügeren spielen, jene Holz-verschwendung gerne mit ansehen, selbst Waldgrund an sichkaufen, und bald der Beute eines Monopols sich zu erfreuenhaben, wogegen die allerdrückendste Besteuerung einer despoti-schen Regierung in keinen Vergleich kömmt. Diese Holznothwürde sodann auf eine ähnliche Weise, wenigstens auf eine halbeoder ganze Generation, eben so aus purem wohlverstandenemfreiem und sich selber überlassenem Privatinteresse (das man jaüberall nur gewähren lassen soll!) permanent gemacht werden,als jene Lebensmittelnoth in Ostindien uud mit ihr das Hunger-system permanent gemacht worden ist.
Aber der Holzpreis, heisst es, ist doch in mancher holzrei-chen Gegend, die zum rohen oder anderen Holzhandel keine Lagehat, noch wirklich viel zu gering, als dass er die täglich nöthi-ger und grösser werdenden Cultur- oder Ilolzbaukosten, geschweigeeine Rente des Waldgrundes, als Zinse des Naturcapitals, ab würfe.—Man eile also auf alle Weise, durch Holzverschwendung undWaldgrundverkauf &c., das zu langsame Holzpreissteigen zu be-schleunigen, die Holznoth überall recht fühlbar zu machen, sowird sich die Holzcultur schon geben! —
Freilich geht der Weg vom Ueberflusse, den uns die wilderohe Natur gibt, zu jenem, den uns nur die Kunst (die höhereund höchste Stufe der Cultur) zu geben vermag, überall nur durchdie Noth (des lebhafter drängenden und treibenden Bedürfnisses).Aber es ist eben die Sache der Regierung, diese Noth überallnicht bis zu jenem Grade anwachsen zu lassen, wo sie die Pro-duction und Consumtion, wenn schon nur in einzelnen Raum-und Zeittheilen (weil sie nemlich das Vermögen des Nothleiden-den überwiegt), ansehnlich schmälert. Und die Vertheilung dieser