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seinem praktischen Berufe als Bergmann sind nicht hinlänglichbekannt geworden, doch lassen die Auszeichnungen, welche ervon der bayerischen Regierung erfahren hat, mit zureichenderSicherheit schliessen, dass seine Berufstüchtigkeit eine seinen gros-sen Geistesgaben und seiner rastlosen Arbeitsliebe entsprechendegewesen sein muss. Vielleicht werden wir in Stand gesetzt, späterhierüber Genaueres zu berichten. Bekannter ist die Entdeckunggeworden, durch welche es Baader gelang, in der Glaserzeugungs-kunst einen wesentlichen Fortschritt zu begründen und weiter-gehende Verbesserungen anzubahnen. Doch gleichwie man vonvielen Seiten her bestrebt war, die Leistungen Baader’s in derPhilosophie zu ignoriren oder, wo es nicht ging, zu verkleinern,zu entstellen und ihre Wirkungen zurückzudrängen und möglichstzu unterdrücken — Bestrebungen, welche durch Herstellung derGesammtausgabe von Baader’s Werken in ihr Nichts zusammen-sinken —, so suchte man auch die Bedeutung der bezeichnetentechnischen Entdeckung Baader’s möglichst zu verkleinern undentweder als geringfügig darzustellen oder auf Andere zurückzu-führen *). Eine solche Tendenz verräth sich sogar in leisen Zügenin der sonst trefflichen Darlegung des Sachverhaltes von ProfessorBenjamin Scholz in dessen lehrreicher Abhandung: Ueber dasGlaswesen und seine Vervollkommnung in den neuesten Zeiten,vorzüglich in der österreichischen Monarchie, im II. Bande derPrechtl’schen Jahrbücher des k. k. polytechnischen Instituts inWien (Wien 1820, Gerold) S. 130 — 235: eine Darlegung, dieübrigens das Verdienst Baader’s als Thatsache ausser allen Zweifelstellt, trotz des sichtbaren Bestrebens des Verfassers, als eigent-
*) Uebrigens versteht es sich von selbst, dass es Niemanden einfallenwird, diese technische Entdeckung oder Erfindung Baader’s mit der Be-deutung seiner philosophischen Leistungen auch nur entfernt in Parallelesetzen zu wollen. Gegen diese betrachtet tritt sie um so mehr tief in denHintergrund, als man ihr von mehreren Seiten her bereits auf der Spurwar und sie sicher nach kurzer Zeit von einem Anderen würde gemachtworden sein, wenn Baader den Anderen nicht zuvorgekommen wäre.Dagegen wüssten wir nicht, wer Baader als Philosophen hätte ersetzensollen oder können.