Silurische Fauna des Unterharzes.
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Ichthyodorulithes Tafel I. Fig. l.
Ein Zoll langes, gerades, stark comprimirles, daher im Querschnitt ovales Stachelfrag-ment mit rauher Oberfläche ohne Streifen und Falten und mit excentrischer gelegenem, sehr klei-nem innern Kanäle. Die beiden Durchmesser des Querschnittes haben 2 und 4 Linien. Dadie Form nichts Charakteristisches bietet, die Slructur nicht zu erkennen ist: so muss die Deu-tung des Fossiles als Flossenstachel noch fraglich bleiben.
Im Schiefer des Schneckenberges.
II. TEILOBI T E N.
Die zur Feststellung der einzelnen Formationsglieder überaus wichtigen Trilobiten kom-men aller Orten auch im Harze vor, wie A. Roemers Arbeiten darthun. In unserm Gebietegehören sie ebenfalls nicht gerade zu den seltenem Vorkommnissen, aber die Exemplare sindohne Ausnahme fragmentär. Am häufigsten und besten erhalten sind die Kopfstücke, am sel-tensten Bruststücke. Glücklicher Weise gestatten die erstem noch eine nähere Vergleichungmit den verwandten Arten und rechtfertigen daher die systematische Bestimmung. Viele dervorliegenden Exemplare und Arten sind bereits von A. Roemer beschrieben und abgebildetworden, indess führte das reichere Material und die eingehende Untersuchung theils zu einerVervollständigung, theils auch zu einer Berichtigung der frühem Bestimmungen. Ueberraschendist die grosse Manichfaltigkeit der in unserer Fauna vertretenen Familien und Gattungen beider grossen Armuth der Arten, denn die unterschiedenen elf Arten repräsentiren acht Gattun-gen und sechs Familien des Barrandeschen Systems. Wir beschreiben die einzelnen in derReihenfolge dieses Systems. Identisch ist von den unserigen Arten keine einzige mit solchenvon andern Lagerstätten, wohl aber die am meisten charakteristischen so nah mit zumal böh-mischen Arten verwandt, dass wir sie als die Vertreter dieser im strengsten Sinne betrach-ten müssen.
HARPES Goldf.
Die eigenthümlichen Gestalten dieser Gattung erscheinen sehr spärlich schon in denaltern Silurschichten Nordamerikas , werden dann häufig im obern Silurium Böhmens und gehö-ren zu den in Deutschland am weitesten verbreiteten devonischen Trilobiten. Goldfuss be-schrieb sie zuerst aus der Eifel , dann Gr. Muenster aus dem Fichtelgebirge , Sandberger ausNassau, Barrande die böhmischen und zuletzt Roemer die einzige Art des Harzes unter dem Namen
II. Bischof! Tafel II, Figur 9 a . '
A. Römer, Palaeontographica III. 101. Taf. 15. Fig. 17 ab .
Der flache Rand des Kopfschildes ist vom völlig gerundet wie bei dem gemeinen H.ungula und liegt in sanfter Neigung. Seine Fortsetzung in die hintern Hörner lässt die Un-Vollständigkeit der Exemplare nicht mit scharfer Umgränzung erkennen. Die ganze Ausbrei-tung setzt sich deutlich vom Kopfbuckel ab, besonders deutlich dadurch, dass sich hier rings-um den innern Rand in fast regelmässiger Ordnung Falten erheben, welche in kaum einerLinie Länge sich zerspalten und in eih verworrenes Netzwerk auflösen, dessen Maschen dieeingestochenen punctförmigen Grübchen tragen, wie solches Barrande sehr schön auch von sei-nem H. venustus zeichnet. Der Rand der Ausbreitung wirft sich schwachkantig auf. Auf
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