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Grunde anders. Als ob, wenn dem wirklich so wäre, darausfolgen würde, dass die, welche cs so machen, sich der Erkenntnissder Wahrheit versichert halten dürften! Als ob Forschung nichtsanderes wäre, als eine vorgefasste Meinung durch alle möglichenKünste der Dialektik plausibel zu machen und eine solche reinsubjective Plausibilität Wissenschaft und Erkenntniss sein könnte!Czolbe verwechselt hier in auffälliger Weise die apriorischen Kate-gorien des Geistes, ohne welche keine Erfahrung möglich ist, mitbeliebig angenommenen Vorurtbeilen. Muss der menschliche Geistbei der Erforschung des Wesens der Erscheinungen gewisse Vor-aussetzungen machen, so dürfen cs doch nimmermehr willkürliche,sondern es müssen solche sein, die sich als notliwendig, uner-lässlich und in der Natur alles Denkens selber begründet bewährenmüssen. Unter solche Voraussetzungen kann aber der Materialis-mus unter keinerlei Umständen gezählt werden und es ist absurdden Materialismus durch Voraussetzung seiner Gültigkeit beweisenzu wollen. Es genügt auch nicht, zu sagen, es sei genug, wennnur nach der Hand sich nichts Entscheidendes gegen den Ma-terialismus einstelle. Nun, es stellen sich ganze Legionen vonGründen gegen ihn ein, aber der in der Voraussetzung der Wahr-heit desselben Befangene sieht sie nicht und will sie nicht sehen.So z. B. stellt sich die Instanz gegen den Materialismus ein, dassnach seiner absoluten Atomistik Alles Aggregat sein müsste undzwar gänzlich zufälliges Aggregat und auch dieses nur dem Scheinenach, in Wahrheit vielmehr gänzliche Zusammenhangslosigkeit dervorausgesetzten Bestandstücke des Universums. Diess genirt denMaterialisten in seiner Gedankenlosigkeit nicht, uns in einem Athemvon Zusammenhang, Einheit, Ucber- und Unterordnung der Dingezu sprechen. Es ist eine ganz entscheidende Instanz gegen denMaterialismus, dass unter Voraussetzung absoluter Atome dasSelbstbewusstsein als Erfolg und Phänomen blindwirkender Vor-gänge gänzlich zufällig, haltungslos und unfähig wäre, irgend eineVorstellung, die des Materialismus nicht ausgenommen, als un-wandelbare ewige Wahrheit zu erfassen. Das hindert den Ma-terialisten nicht, uns zu versichern, das Eine widerspreche sichunter allen Umständen, das Andere nicht. Es kann nichts Ein-