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Zehnter Band.
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Aufschluss hierüber gibt auch kein Dogma ausspricht, wasaber nicht nur die abendländische tliut, sondern auch behauptet,dass ihre Schlüsselgewalt bis in jene Region sich erstrecke, jadass die Erleichterung, Verkürzung oder gänzliche Befreiung vonder Pein des Fegfeuers so wie die Verlängerung und Verstärkungderselben eines der Prärogative des zeitlichen Oberhauptes derKirche ist. Wie weit man aber im Rom diese Präsumtion schontrieb, und wie sehr man das Fegfcuer eigentlich als Domaine desrömischen Stuhles betrachtete, lässt sich aus älteren päpstlichenDecreten entnehmen, in welchen den Engeln untersagt wird, dieSeelen Jener, die mit Interdiet belastet starben, in den Himmelaufzunehmen, so wie derselbe Glaube an die auch Jenseits fort-wirkende Macht des Papstes der Kirche die reichsten SchenkungenDiesseits einbrachle, wie denn in jedem Schenkungsbriefe dieFormel: In remedium animae suae, sich findet, weil die ihrenzeitlichen Besitz der Kirche Ueberlassenden auch nicht den ge-ringsten Zweifel darüber mehr hatten, hieniit sich die ewigen Gütererkauft oder eingetauscht zu haben*).

Ueber das wahre Verhalten der Zeitlichkeit zur Ewigkeitderselben Dinge hat sich Meister Eckart am bestimmtestenausgesprochen, indem er sagte:Wer die Dinge und wer sichselber lässt, da sie (im Wesen) räumlich - zeitlich getrennt undzerstreut sind, der nimmt (besitzt) sie, da sie einig und ungetrennt

*) Nach Salvians hehre galten alle Schenkungen an die Kircheals pretia peccatorum. Auch EMendorf gibt diese Schenkungen alsdie ergiebigste Quelle des Rcichlhums der Kirche au, von welchem Er(die Karolinger 2. Theil S. 58) sagt:das Grundübel in der Kirchewar der unermessliche Reichthum, der sich bei dem Clerus von Tag zuTag mehr häufte, wofür er auch mit der grössten Beflissenheit sorgte-Auf allen Synoden, in allen Capitularicn wurde es dem Volk eingeschü'rft,ja den Neunten und Zehnten zu bezahlen, und Schenkungen an die Kirchezu machen, die stets als pretia peccatorum nach Salvians Lehre darge-stellt wurden; ja es wurde sogar empfohlen, seine Güter zum Nachtheilder Erben der Kirche zu schenken. Um wie viel besser wäre cs umdie Kirche gestanden und stände es noch jetzt, falls Karl der Grosseauf den Einfall Peters des Grossen gekommen wäre, den Clerus »usdem Ertrag des gesammten Kirchenfonds zu besolden!