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Ueber Landes- und Terrainkunde : Vortrag, gehalten in der allgemeinen Offiziersgesellschaft von Zürich und Umgebung / F. Becker
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fassende Entwicklung ihre bestimmte Grenze hat und erkrankt,,wenn sie dieselbe überschreitet.

So ist die Geographie unseres Landes seine Geschichte, undbevor wir oder während wir diese letztere studiren, sollen wirunsern Boden studiren. Die Geographie unseres Landes ist auchunsere Zukunft; wenn wir weiter leben und gedeihen, uns erhaltenund fortschreiten wollen, so müssen wir unsern Boden erforschen,seinen Einfluss auf unsere gesammte Existenz zu erkennen suchen,uns nach ihm richten und ihn für unsere Zwecke verbessern, so-weit es in menschlichen Kräften liegt. Wir Soldaten aber, die wirauf diesem Boden kämpfen, siegen oder sterben, wir vor Allen aussollen ihn kennen, er heisst für uns Sieg oder Untergang!

Ich möchte in diesen meinen Auseinandersetzungen einenkleinen Beitrag bringen zu diesem Terrainstudium in speziell mili-tärischem Sinne.

Unsere Terrainkenntniss stützt sich hauptsächlich auf zweiGrundlagen; einerseits auf das Studium von Karten und Boden-beschreibungen, anderseits auf unsere eigenen Beobachtungen; jenach dem Zwecke, einem allgemeinen oder speziellen, ist auch dasStudium und das System desselben ein verschiedenes. Bei uns, wiein allen zivilisirten Ländern, besorgt der Staat durch seine höchstenMilitärorgane in der Hauptsache das Terrainstudium mittelst derBearbeitung von Karten und statistischen und technischen Erheb-ungen; die allgemeine Terrainbeschreibung hingegen ruht mehr aufprivater Thätigkeit oder ist der Schule zugewiesen. Es befassensich daher auch nur Einzelne mit der praktischen Topographie undwir gehen in unseren höheren Militär-, speziell Generalstabsschulennicht soweit, die ganze Topographie zu lehren und die Offiziere imAufnehmen selbst zu üben oder arbeiten zu lassen. Wir knüpfennicht einmal an den Begriff der staatlichen Topographie den desMilitärs. Ich habe schon einmal über diese Frage vor Ihnen ge-sprochen und will das Gleiche nicht wiederholen; jedoch möchteich dasselbe unter einem neuen Gesichtspunkte etwas weiter aus-führen.

Die Landeskunde, allgemein gefasst als Kenntniss des Bodensund alles dessen, was drum und dran hängt, also auch der Bevöl-keiung, ist der fundamentale Theil unseres militärischen Wissens;sie gibt uns Aufschluss über unser Stärkeverhältniss, über unsere