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Weim wir nns jetzt zum Hüttenwesen wenden, so schliesseu-sich an Obiges sacligemäss die folgenden Ausstellungen an: Actien-Gesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und-in Westfalen , die Bheinisch-Nassauische Bergwerks- und Hütten-Actien-Gesellschaft zu Stolberg bei Aachen , die Actien-GesellschaftVieille Montagne und W. Grillo in Oberhausen . Während die beidenerstgenannten mehr die hüttenmännische Erzeugung des Bleies undZinks zur Anschauung bringen, zeigen die letztgenannten die mannig-fache Verwendung der Zinkfabrikate, namentlich der Pavillon desHerrn W. Grillo ist ein Muster von Zinkornamentik. Ueberhauptbieten diese Ausstellungen für den Metallhüttenmann eine Fülle desInteressanten und Belehrenden; wir aber als Eisenhüttentechnikerdürften entschuldigt sein, wenn wir hier keinen längeren Aufenthaltnehmen, sondern uns der Eisenindustrie zuwenden, weiche uns inGestalt gigantischer Säulen und mächtiger Portale, gewaltiger Platten:und langgestreckter Träger, beschwingter Bäder und festwurzelnderAnker, in der Form friedlicher Werkzeuge und starrender Kriegs-waffen allseitig umgibt. In der Tliat ein grossartiger Anblick,welcher sowohl den Laien, noch mehr aber uns Fachleute mitgerechtem Stolze erfüllen darf auf die Leistungen der vaterländischenEisenindustrie. Allerdings mischt sich in die Freude ein TropfenWcrmuth durch die Betrachtung, dass die Ausbildung dieser Industrienur unter den härtesten Kämpfen, namentlich der letzten Jahre,und mit Aufopferung enormer Kapitalien gelungen ist. Dass die-selbe trotz aller Schwierigkeiten diejenige Stufe der Vollkommenheiterreicht hat, von welcher heute die Düsseldorfer Ausstellung Zeug-niss ablegt, das gereicht der Intelligenz und zähen Energie unsererIndustriellen zur grössten Ehre.
Wir dürfen ohne Uebertreibung behaupten, dass noch niemalsauf einer der früheren Ausstellungen ein so vollständiges Bild vonder Gesammtleistung der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie ge-geben worden ist, wie diesmal. Was die Einzelleistungen betrifft,so sind dieselben sowohl in Bezug auf die Qualität der ausgestelltenObjecte als auch in Bezug auf das Arrangement derselben durch-gehends als hervorragende zu bezeichnen. Unter dem Arrangementmöchte ich eben so wohl die ästhetisch-künstlerische als auch dieinstructive Anordnung verstanden wissen. Lassen Sie uns denEintritt durch das Biesenportal der Piedboeuf’schen Werke nehmen,welches streng architektonich aus Kesselböden und gewalztenBöhren aufgebaut ist. Die Piedboeuf’sche Ausstellung begreift diesämmtlichen Eisenwerke dieser Firma zu Düsseldorf und Aachen ;die Kesselfabrikeu, das Blechwalzwerk und das Böhrenwalzwerk.Die vortrefflichen maschinellen Einrichtungen der erstgenanntenWerke werden an verschiedenen grossen und kleinen Kesseltheilenund Faijonstücken in den verschiedenen Stadien der Bearbeitungveranschaulicht. Zahlreiche Qualitäts- und Zerreissproben zeigendie Güte des verwandten Materials. Beachtenswerth ist einegrosse Blechplatte von 6500 mm Länge, 2540 Breite und 11 mmDicke, welche am Boden liegt und dem aus Kesselböden hergestelltenschiefen Thurm als Unterlage dient. Ein Cornwallröhrenkessel,Patent Piedboeuf, von 100 qm directer und 40 qm äusserer Heiz-fläche befindet sich auf dem Hofe im südlichen Kesselhause unddient als Betriebskessel. Piedboeuf schräg gegenüber haben Schultz,Knaudt & Co. in Essen ein mächtiges Bauwerk errichtet, eine bisan die Dachfirst der Halle ragende Pagode, welche aus drei pracht-vollen, geschweissten Wellrohren, imUebrigen ganz ausgekumpelten
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