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als ein Muster von Dehnbarkeit darf ein grosses Stahlblech vonVio mm Stärke, unseres Wissens das dünnste auf der Ausstellung,gelten.
Die Produkte des im verflossenen Jahre als eine neue Epochein der Stahlfabrikation aufgetretenen Entphosphorungsprocesses nachdem Verfahren von Thomas & Gilchrist sind von den Besitzern desPatents für Deutschland , dem Hörder Bergwerks- und Hüttenvereinund den Bheinischen Stahlwerken in Buhrort, ausgestellt. Diebeiden Ausstellungen sind derartig arrangirt, dass sie einen voll-kommenen Einblick in das Wesen und den Verlauf des Processesgewähren. Der Hörder Verein brillirt ausserdem durch eine amBoden lang hingestreckte Querschwelle aus Thomas Flusseisen von38 m Länge. Die Bheinischen Stahlwerke bringen in gelungensterWeise die Plasticität und Festigkeit der basischen Masse in Formverschiedener Ornamente in rohem und gebranntem Zustande zurAnschauung. Neben den gewöhnlichen basischen Ziegeln dürftendiese Produkte berechtigt sein, einen hervorragenden Platz in derkeramischen Gruppe einzunehmen.
Wir können die Gruppe III in der Haupthalle nicht verlassen,ohne auf die grossartige Ausstellung von Kupfer und die daraushergestellten Fabrikate von F. A. Hesse Söhne in Heddernheim ,und die Ausstellungen von Nickel & Kobalt von Basse & Selvein Altena und von Fleitmann & Witte in Iserlohn einen Blick ge-worfen zu haben. Namentlich die letztere ist hochinteressant durchVorführung gegossener, geschmiedeter und gewalzter Fabrikate vonreinem Nickel, sowie durch vermittelst Aufschweissens und nach-herigen Auswalzens hergestellter nickelüberzogener Eisen- und Stahl-bleche. Durch ein eigenthümliches, patentirtes Verfahren ist es demDr. Fleitmann gelungen, das spröde Nickelmetall in schmiedbarerund schweissbarer Form darzustellen.
Wenn wir jetzt draussen im Garten die Annexbauten, welcheAusstellungen der Bergwerks- und Hüttenindustrie enthalten, auf-suchen, so ist es vor Allem der Pavillon der Firma Friedr. Krupp,welcher, flankirt durch ein 40 cm-Riesengeschütz, das grösste vondieser Firma bisher angefertigte Kaliber, gleich beim Eintritt in denGarten in die Augen fällt. Zwei am Aufgang zum Pavillon postirteGeschützrohre mit zugehörigen Granaten sowie die über dem Portalebefindliche Embleme weisen auf den vorwiegend kriegerischenCharakter dieser Ausstellung im Innern hin. Wir sehen hier voll-ständig ausgerüstete Geschütze der verschiedensten Kaliber in munitiössauberer Ausführung, nämlich eine 15 cm-Kanone, ein 7,5 cm-Feldgeschütz, ein 6 cm-Gebirgsgeschütz auf Maulthieren verpacktund eine 2,5 cm-Revolverkanone; ferner eine Sammlung von Stahl-granaten und Sprenggeschossen jeder Art und Grösse zum Theilin instructiven Durchschnitten, welche die Genauigkeit der Arbeitund die Zündvorrichtungen bis ins kleinste Detail veranschaulichen.Der Krupp’sche Stahl dient jedoch auch im hohen Maasse derfriedlichen Gewerbthätigkeit, wie uns die zahlreichen übrigenAusstellungsgegenstände zeigen. Eine Eisenbahnschiene von 28 mLänge, mehrfach gewunden, und eine Pumpstange bilden die Balu-strade des Podestes, unter welchem eine Doppelkurbelwelle vonTiegelgussstahl liegt, die im Dampfer Frisia sechs Jahre lang diemeerdurchfurchende Schraube getrieben hat. Eine zweite Welle vonetwa denselben Dimensionen ist ebenfalls für einen grossen See-dampfer bestimmt. Ein prächtiges Schmiedestück, ein schwerer