Buch 
Führer durch die Gewerbe- und Kunstausstellung in Düsseldorf 1880 : mit einem Plane der Stadt und Ausstellung / [Versammlung des Vereins deutscher Ingenieure in Cöln]
Entstehung
Seite
XII
JPEG-Download
 

XII

Das Maschinenwesen

Gruppe IT

von R. M. Daelen, Düsseldorf .

Vor drei Jahren hatte der Hannoversche Bezirksverein des Vereinsdeutscher Ingenieure die Frage zur Beratung gestellt:Durch welcheMittel kann die Vereinsthätigkeit zur Hebung der darniederliegendenvaterländischen Industrie beitragen? Der als Beantwortung dieserFrage alsbald eingebrachte Vorschlag, eine Provincial-Gewerbe-Ausstellung ins Leben zu rufen, fand so allgemeinen und thatkräftigenBeifall, dass die Ausstellung bereits im Jahre 1878, wie bekannt, mitvollkommenem Erfolge zur Ausführung gelangte. Die Nachahmungdieses guten Beispiels im Niederrheinischen Bezirksverein gab zuunserer, so ungeahnt grossartigen Gewerbe-Ausstellung in Düsseldorf die erste Veranlassung.

Bei der ersten Durchwanderung der Maschinenhalle und der zu-gehörigen Bäume und Annexe kann dem beobachtenden Fachmanndie Abwesenheit so mancher grossen Firmen des Ausstellungsgebietesvielleicht auffallend erscheinen, sie kann ihm aber die Freude nichtverkümmern, hier ein wahrhaft reich ausgestattetes Museum für dieLeistungen der vaterländischen Industrie zu finden und eine Gelegen-heit zum Studium derselben, wie sie noch nie geboten war. In diesenGefühlen wollen wir es versuchen, allen Freunden der erhabenenMaschinenbaukunst ein allgemeines Bild der Ausstellung diesesZweiges vorzuführen, ohne dadurch das Selbstschauen auch nur imgeringsten entbehrlich machen zu können; im Gegentheil mit demBewusstsein, dass die grossen Lücken, die bei Lösung dieser Aufgabebleiben müssen, nur durch Selbstanschauung ausgefüllt werden.

Nach der, dem Plane der ganzen Ausstellung zu Grunde liegen-den räumlichen Anordnung sollen die Besucher zunächst die Erzeug-nisse der einzelnen Industriezweige besichtigen, und erst dann mitder daselbst erlangten vollen Befriedigung sollen der Bergtechnikerwie der Eisenhüttenmann, der Metallindustrielle wie der Papier-fabrikant, der Textilinteressent wie der Glasfabrikant mit der Er-wartung in die Maschinenhalle eintreten, dort namentlich die Motorenin entsprechender Grossartigkeit vorzufinden, genau so, wie er gewohntist, dieselben in den Werken in Betrieb zu sehen; hier nur versehenmit den neuesten Verbesserungen.

Bezüglich der Dampfkessel trifft dies im vollsten Masse zu,wenn aber selbst unsere grössten Maschinenfabriken bei der Bestim-mung der Hauptdimensionen der auszustellenden Dampfmaschineneine gewisse Grenze nicht überschritten haben, so ist zu erwägen,dass zunächst der grossen Kosten wegen dasjenige Modell gewähltwerden musste, welches am leichtesten verkäuflich ist, ferner auf dieAusnutzung der Betriebskraft in der Maschinenhalle wenigstens soweit Rücksicht zu nehmen war, dass die zugehörige Transmission unddiejenigen Maschinen und Apparate, welche die Kraft absorbirensollen, dazu passend erscheinen; schliesslich aber ist besonders hervor-zuheben, dass es namentlich im Dampfmaschinenbau weniger darauf.ankommt, zu zeigen, was und wie grosses gemacht werden kann,