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2 (1854) Die Lehre vom Gebrauche der Artillerie : zweiter Haupt-Abschnitt der allgemeinen Artilleriewissenschaft / bearbeitet durch F.W. Scheuerlein
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der Schluß, daß bei Gebirgsdefilcen noch mehr, wieim Walde, die Anwendung der Artillerie zur innernVertheidigung nur in höchst seltenen Ausnahme-fällen rathsam bleibt, weil gerade die Artillerie im Gebirgs-defilee die meisten Schwierigkeiten deö Fortkommens zu über-winden hat und am häufigsten zu Stopfungen Veranlassunggibt, so wie, daß aus demselben Grunde die Artillerienicht gern bei der Vertheidigung vor dem Gebirgs-defilee zur Mitwirkung gebracht wird, sobald man nicht ent-schlossen ist, das Geschütz nach geschehener Arbeit im NothfallePreis zu geben.

Wenn die Defileen der andern Kategorieen lange, enge,stark gewundene, oder sonst schwierige Passagen bilden, so wirktdieß in ähnlicher Weise aus die Verwendung der Artillerie zu-rück, wie bei Gebirgsdefileen.

Nachdem wir im Vorstehenden eine allgemeine Charakte-ristik der Defileen hingeworfen haben, gehen wir zur Betrach-tung der drei verschiedenen Fälle der Vertheidigung eines De-filees durch eine Aufstellung vor, in oder hinter dem-selben über, weil wir nunmehr vollständig zu den Schlüssenausgerüstet .sind, welche wir im Hinblicke auf die taktischenEigenthümlichkeiten der verschiedenen Defileen für den Gebrauchder Artillerie aufstellen sollen. Niemals kann es wohl unent-behrlicher sein, zu wissen, welche Schwierigkeiten man vor undhinter sich zu bestehen hat, als bei der Vertheidigung vonDefileen.

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Gebrauch der Artillerie bei Vertheidigung vor dem Defilee und beimAngriff dagegen.

Man wählt nur dann zur Vertheidigung eines Defileesdie Stellung vor demselben, wenn man seinen Abzug durchdasselbe decken, oder Detachements den Rückzug sichern undsie aufnehmen muß, oder wenn man selbst durch das Defilee vor-