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2 (1854) Die Lehre vom Gebrauche der Artillerie : zweiter Haupt-Abschnitt der allgemeinen Artilleriewissenschaft / bearbeitet durch F.W. Scheuerlein
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ein naher und unmittelbarer Anfall gegen die Defileemündungzurückgewiesen werden kann. Hierzu bedarf man eines Fern-gefcchtes von angemessener Stärke und Standfestig-keit, welches die Annäherung des Gegners mit geschlossenenTruppen gegen die Defileemündung zurückhält. Das unmittel-bare Ferngcfecht der Kavallerie würde nicht genügen, den Be-dingungen der ersten Sicherstellung gegen einen unmittelbarenAnfall auf den Ausgang des Defilees zu entsprechen, weil dieReiterei eines hinreichende» Anlaufes bedarf, also eines Be-wegungsraumes von angemessener Breite und Tiefe, welchermithin bereits in der Gewalt der vor das Defilee gezogenenTruppen sein muß und weil die Reiterei nicht mit Erfolg imFeuerbereiche einer nahen Artillerie des Feindes aufzutreten imStande sein würde, endlich aber nicht die Waffe ist, um stehen-den Fußes Widerstand zu leisten.

Es ist also zunächst das mittelbare Ferngefecht derArtillerie, welches die Artillerie des Vertheidigers aus dennahen Aufstellungen gegen das Defilec zurückdrängen, oder ander Einnahme derselben hindern und geschlossene Anfälle gegendie Defileemündung durch feindliche Infanterie oder Reitereizurückhalten muß.

Erst, wenn auf diese Weise durch die vor das Defilee ge-schobene Infanterie und Artillerie die Ausmündung desselbengegen einen unmittelbaren Anfall und gegen ein heftiges Artil-leriefener geschützt ist, kann

8. Der weitere Durchmarsch und die Entwickelungder übrigen Streitkräfte vor- und seitwärts des De-filees unternommen werden.

Der Angriff ist in dieser taktischen Periode, selbst wenneine absolute Unwegsamkeit neben dem Defilee nicht besteht, dochin der üblen Lage, mit dem größten Theile seiner Truppen,namentlich mit Artillerie und Reiterei in einem zeitraubenden,gedrängten Durchzuge begriffen zu sein und bei jedem Zuwachse

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