396
hauptung oder in dem Verluste der Festung die vollendete Ent-scheidung des um ihren Besitz entbrannten Festungsgefechtes ge-geben, einen desto höher» Werth gewinnt die Dauer ihresWiderstandes.
Hieraus ergeben sich zunächst folgende allgemeine Grund-sätze des Festungskriegs:
1. „Der taktische Werth der Besatzung ist demjenigen der„Festung völlig unterzuordnen; die Besatzung muß sich„als Armirungsmittel betrachten, welches man nach der„Wichtigkeit des Platzes abgemessen und seiner Behaup-tung zum Opfer gebracht hat."
2. „Die Dauer des Widerstandes ist das sich von Tage zu„Tage vorschiebende Ziel des Vertheidigers, das zuver-lässigste Mittel sich zu behaupten, die Verzögerung„des Angriffs mithin das vorherrschende Prinzip„des Widerstandes."
3. „Die Einnahme der Festung, mithin die Ueberwältigung„ihrer Widerstandsfähigkeit, ist das Ziel des Angriffs„und das Objekt der vollkommenen Entscheidung seines„Gefechts."
4. „Der Angriff ist daher nur dann berechtigt, sich von dem„Kampfe gegen die Widerstandsfähigkeit der Stellung ab-zuwenden und direkt gegen die Besatzung zu richten,„wenn entweder die Festung, oder die Besatzung ihrer„Bestimmung nicht entsprechen oder wenn der Angriff für„den geregelten Kampf nicht die erforderliche Zeit und die
. „Mittel aufzubringen vermag."
5. „Je wichtiger die Einnahme einer Festung ist, je mehr„demnach der Angriff für die Sicherstellung seines Er-folges sorgen muß, desto mehr müssen seine Anstalten-„auf die Ueberwältigung der Widerstandsfähigkeit gerich-tet sein, welche durch die Anlage und Armirung der„Festungswerke begründet ist."