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2 (1854) Die Lehre vom Gebrauche der Artillerie : zweiter Haupt-Abschnitt der allgemeinen Artilleriewissenschaft / bearbeitet durch F.W. Scheuerlein
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fall oder einen gewaltsamen Angriff in Feindes Hand zu ge-rathen.

Stete Wachsamkeit der Besatzung, Gefechtsbereitschaft undSturmfrcihcit der Werke, die letztere durch die Beschaffenheitder Werke und durch die Gefechtsbereitschaft ihrer hierzu ge-nügenden Bewaffnung begründet, bilden das unentbehrlicheFundament für jenen Erfolg der Vcrtheidigungsartillerie undmithin für einen dauernden, starken Widerstand der Festung.

Hieraus folgt:

15.Gesicherte Abwehr überraschender und gewaltsamer Maß-regeln des Feindes und eine hinreichende Gefechtsbereit-schaft der Vertheidigungsartillerie, um eine ungedeckteAnnäherung und Entwickelung des Angriffs zurückzu-weisen, die Deckungsarbciten selbst aber mit Erfolg zugefährden und zu verzögern, sind die Grundbedingungeneines dauernden Widerstandes der Festung."

ES ist die natürliche Folge jedes Krieges, die Kräfte derbetheiligtcn Staaten in einem so ungewohnten Maßstabe anzu-spannen, daß für die Festungen in der Regel nur die noth-dürftigsten und ihrer militairischen Beschaffenheit, Organisationund Ausrüstung nach schwächsten Truppen als Besatzung ver-bleiben, weil alle irgend disponiblen und bessern Truppen, be-sonders Seitens des Schwächer», für den Krieg im freien Feldeaufgebracht werden müssen.

Es liegt aber auch außerdem in dem Wesen einer Festungund entspricht der Lage eines von aller äußern Verbindung ab-geschnittenen und für lange Zeit auf einen engen Raum und dieder Festung einverleibten Subsistenzmitiel angewiesenen Verthei-digers, nur in der für einen tüchtigen Widerstand unentbehr-lichen Stärke abgemessen zu sein.

Daraus entspringt die Nothwendigkeit, die Besatzung nichtallein gegen den unmittelbaren Zusammenstoß mit den Truppendes Belagerers so lange als möglich zu schützen, den eigent-

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