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der Parallele mit großem Nachdrucke und fast ausschließlichmit Hohlgeschossen und Kartätschen geführt werden muß, daßdem vollen Angriffsfeuer eine starke und schlecht gedeckte Ent-wickelung der Festungsartillerie nicht bloß gestellt werden darf,endlich, daß, wie man bei dem förmlichen Angriffe vorzugs-weise gegen seine Annäherung und nicht gegen die Batterieenthätig blieb, sobald die Angriffsartillerie sich entwickelt hatte,hier die Breschbatterie das Objekt der thätig gehaltenen Festungs-geschütze wird.
Die nähere Anordnung des Angriffs und des Widerstandesist so abhängig von der beiderseitigen Lage und Gefechtskraft,daß ein tieferes Eingehen in diesen Gegenstand ohne die Vor-aussetzung bestimmter Gefechtsverhältnisse werthlos sein würde,unter einer solchen Voraussetzung aber zu keinem allgemein-giltigen Schlüsse führen kann.
Halten wir fest, was wir als das Wesen des beschleunigtenAngriffs entwickelt haben, die Mittel und Ziele sind dieselben,wie die des förmlichen Angriffs; nur will jener in einem Feuer-stadium, welches mit der ganzen vorhandenen Kraft von Hauseaus bewaffnet ist, zur Entscheidung gelangen, dieser strebt nachdemselben Ziele in allmähliger Entwickelung und Annäherung,benutzt also das Element des Stellungswechsels, um für jedenverschiedenen Gefechtszweck sowohl die dem Treffen, als auchder Geschoßwirkung günstigste Aufstellung zu gewinnen.
Offenbar steht der beschleunigte Angriff zu dem förmlichenin einem sehr ähnlichen Verhältnisse, wie die Artilleriemasse zuder großen Batterie. —
§. 68 .
Der gewaltsame Angrifs und Ueberfall.
Der gewaltsame Angriff beabsichtigt, theils durch Ueber-steigen des Hauptwalles, theils durch Eindringen in die Thore,den Vertheidiger in dem Innern seiner Stellung anzugreifen