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2 (1854) Die Lehre vom Gebrauche der Artillerie : zweiter Haupt-Abschnitt der allgemeinen Artilleriewissenschaft / bearbeitet durch F.W. Scheuerlein
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8 . 71 .

'' Schluß des Kapitels und Abschnitts.

Indem wir hiermit unsre Entwickelungen schließen, bemerkenwir nur noch kurz im Rückblicke besonders auf den letzten Ab-schnitt und das letzte Kapitel, daß wir über den nähern Mecha-nismus der hier berührten Gefechtsakte uns in keine weiter»Erörterungen eingelassen haben, daß wir z. B. über die Feuer-dauer und den Munitionsverbrauch für die verschiedenen Gc-fechtszwccke des Festungskrieges eben so nähere Angaben ver-mieden haben, als über das Verhalten der Feldartillerie in denverschiedenen Gefechtslagen, weil dergleichen Dinge theils Er-fahrungssätze, welche oft nur bestimmten Artilleriesystemcn zu-kommen, daher speziellen Studien unterliegen müssen, theilsElemente sind, welche, mit der Individualität jedes einzelnenGefechtsfalles verwachsen, eine allgemeine Geltung nicht an sichtragen. Ueberdieß haben wir beim Gebrauche der Kampfmitteldie allgemeinen Gesetze entwickelt, nach welchen Geschosse, Schuß-arten und Geschütze ihre ertragreichste und natürlichste Verwen-dung finden sollen.

In gleicher Art haben wir im letzten Kapitel nur dasWesen der vom regelmäßigen Festungsgefecht abweichenden For-men des Angriffs und der Vertheidigung angedeutet und vonden möglichen Kombinationen derselben gänzlich abgesehen, weilalle Gefechtsformen des Festungs-, wie des Feldkricges, welcheeine scharf ausgeprägte Individualität an sich tragen, nicht ineiner allgemeinen Gebrauchslehre ihre Stelle finden können,sondern lediglich durch das Studium der Kriegsgeschichte zurSprache kommen dürfen, um die Urtheilskraft des logisch ent-wickelten Verstandes durch die befruchtende Thätigkeit einerkriegerisch gebildeten Phantasie und eines reich geschaffenenTaktes zu beleben und zu stärken.