Einleitung.
jfts ist boi dor oberflächlichsten Beobachtung wahrnehmbar, dass dieErdrinde durch einen langen Zeitraum hindurch Veränderungen erlittenhat, und dass diese Veränderungen mit dem jetzigen Zustande derDinge ihr Ende nicht erreicht hatten, sondern bald in auffallender, baldin mehr langsamer Weise, aber mit einem in der Gesammtwirkung-bedeutiuig3vollen Resultate noch fortdaucrn. Die Geologie ist die Wis-senschaft aller dieser Veränderungen in der Zeit und in der Gegenwart, sie ist also die Geschichte des Erdkörpers, den wir bewohnen.
Zu den wichtigsten Vorgängen gehört das Aufsteigen von geschmolgzenen Steinmassen aus dem Erdinnern, die Zerstörung dieser Massennach ihrer Abkühlung und Zertrümmerung oder Auflösung durch diechemischen und physikalischen Einflüsse der Atmosphäre und des Was-sers und die Ablagerung der so gebildeten Producte oder Trümmer aneinem anderen Orte, hauptsächlich unter Mitwirkung des fliessendenWassers und der Winde, oder auch die abermalige Ortsbewegung desbereits auf se'cundärem Wege gebildeten Materials; ferner die Aufbe-wahrung und Erhaltung der Reste eines Theils des thierischen undpflanzlichen Lebens unserer Zeit in den ihrem grössten Theile nachhorizontal oder doch fast horizontal unter dem Wasser gebildeten Ab-lagerungen ; ferner die zuweilen über grosse Flächenräume bald schnel-ler, bald langsamer vor sich gehende Erhebung dieser Ablagerungenüber den Spiegel des Wassers, also durch Bewegungen der Erdrinde,durch welche die Ablagerungen oft ihre horizontale Lage ändern, mehroder weniger aufgerichtet, gebogen, gefaltet, zerrissen und selbst zuBergketten aufgethürmt werden, während auf der anderen Seite auchSenkungen grosser Flächenräume stattgefunden haben.
Aehnliche oder gleiche Verhältnisse hat es aber zu allen Zeiten