Entfernung der Gesteinstheile durch Wasser.
so wird der Strom eine grössere Geschwindigkeit bei ab als bei bo be-
Fig. 20.
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sitzen, und es können deshalb kleinere Gerolle und feinerer Sand auf demBoden bei bc bleiben, als bei ab.
Der Aufenthalt, den ein Fluss in seinem Laufe erfährt, wie durchSeen, ebene Stellen und dergleichen, muss gehörig beachtet werden.Ohne diese Vorsicht könnte es Vorkommen und ist in der That vorge-kommen, dass man glaubt, alle Gerolle, die weit unten in einem Fluss-thale gefunden werden, wären dorthin durch den Fluss in seinem jetzi-gen Zustande geführt worden. Dies ist allerdings oft wahr, aber indiesem Falle müssen auch die dazu nothwendigen Bedingungen vor-handen sein. Häufig wird der Lauf eines Flusses, der in hohen Bergenentspringt, durch Strecken ebenen Landes oder selbst durch Seen un-terbrochen, wo die Gerolle und das schwerere Sediment aufgehaltenwerden, und doch kann man in dem Flussbett unterhalb dieser Hinder-nisse Gerolle finden, die von den Felsen der hohen Berge herrühren.In diesem Falle sind die Gerölie in das jetzige Flussbett unter anderengeologischen Verhältnissen der Oberfläche gebracht worden. In derWeise können Gerölie aus der Schweiz in einigen Flussbetten desnördlichen Italiens nicht durch jetzige Flüsse von den Alpen in dieEbenen der Lombardei gebracht worden sein, da der Lago Maggiore,der Lago di Como und andere nothwendiger Weise den Lauf der Ge-rölie hätten auf halten müssen, welche die Stromzuflüsse dieser Seen vonden hohen Alpen herabbringen.
Wenn man auf die Gesteinsarten achtet, welche ein Thal durch-setzen, so hat man oft Gelegenheit, die Art und Weise kennen zu lernen,wie von ihnen herrührender Schutt durch die Wirkung des Flusswas-sers sich mischt. Man muss diesen aber nicht mit den Gerollen ver-wechseln, welche durch die Wirkung der Brandung zu einer Zeit gebil-det wurden, als das Landaus dem Meere auftauchte und die in jener Zeit
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Fig. 21.
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in die Niederungen der Thä-ler zusammengeschwemmtoder die später von den Sei-ten der Hügel oder Bergej durch die lang anhaltendeWirkungvonRegenund klei-neren Wasserströmen ge-bracht wurden. In demGrundriss, Fig. 21, soll