348 Wirkung der Brandung auf die St. Pauls - Insel.
über welchen hinaus nach dem Meere zu die Tiefe plötzlich zunirnmt.Die grösste Höhe der Insel ist 820 Fuss. Der Kegelfels a (Fig. 142)ist bloss ein härterer Theil, der von der Brandung verschont gebliebenist, und es lässt sich erwarten, dass, wenn die jetzige Brandung fort-fährt, zerstörend auf die St. Pauls-Insel zu wirken und keine neueEruption Material hinzufügt, mit der Zeit bloss solche Stellen überdem Wasser bleiben, um die frühere Thätigkeit eines vulkanischenKraters zu bezeugen, dessen Wände sich meist mehrere hundert Fussüber das Niveau des Meeres erhoben *).
Bei der Untersuchung über Ursachen und Wirkungen der Vul-kane ist die Kenntniss ihrer Verbreitung über die Erdoberfläche vongrosser Wichtigkeit. Es begreift sich auch leicht, dass unabhängigvon den Modificationen die in localen Verhältnissen ihren Grund ha-ben, so dass dieselbe Mündung zu einer Zeit mit verschiedener Inten-sität thätig, und zu einer anderen Zeit erloschen ist, grosse allgemeineVerhältnisse so dauernd verändert werden können, dass eine einmaldurch vulkanische Thätigkeit ausgezeichnete Gegend vollständig eszu sein auf hört, so dass eine sehr beträchtliche Modification in einemsolchen Theile der Erdrinde stattfinden muss, damit diese Thätigkeitabermals wiederkehre. In Folge solcher complicirten Verhältnissewird es fast unmöglich, thätige Vulkane von den sogenannten erlosche-nen zu trennen, da wir nicht sicher wissen, ob viele von den letzterenin der That erloschen sind und nicht in einem nur verhältnissmässigruhigen Zustand. Es ist deshalb mehr der Bequemlichkeit als desPrincips wegen geschehen, dass man Vulkane, von denen man weiss,dass sie thätig waren, von solchen trennt, wo dies nicht der Fall ist,obgleich die letzteren oft die Form bewahren können, welche sie beiEruptionen und Lavaergüssen an der Luft annahmen, indem atmosphä-rische Einflüsse solche Formen nur wenig verändert haben. DieseEintheilung ist zwar in dem jetzigen Zustande unserer Kenntnisse be-quem, dari aber den Beobachter nicht irre führen, was indessen nichtzu befürchten ist, wenn er vulkanische Thätigkeit und überhaupt feuer-gebildete Producte in ihrer allgemeinen Bedeutung während der lan-gen geologischen Zeit betrachtet, über welche wir Nachrichten be-sitzen.
Man hat längst die Bemerkung gemacht, dass thätige Vulkanehauptsächlich im Allgemeinen, wenn auch nicht in jedem Fall, im oderin der Nähe vom Ocean oder von Binnenmeeren gelegen sind, ein Um-stand, der auch in Bezug auf ihre Producte, besonders der Wasserdämpf e
*) In der mitgetheilten Ansicht ist dem Anschein nach eine Schichtung v0l jverschieden gefärbten Gesteinen, vielleicht von Lava und Tuff. Währendder Abspülung durch die. Brandung wurden diese natürlich je nach ihrerrelativen Iliirte und Lagerung verschiedentlich betroffen.