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Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
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351
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Verschiedene Nahe der Vulkane am Wasser. Erloschene Vulkane. 351

anderen und vielleicht allgemeineren Verhältnissen, in denen die vul-kanische Thätigkeit ihren Grund hat. Wenn wir die verschiedeneMenge festen Landes in Erwägung ziehen, welches durch Veränderun-gen in dem relativen Niveau von Meer und Land, wie wir sie obenvon England erwähnt haben (s. S. 235), über die Oberfläche kommt,80 kann Frankreich zu einer Reihe von Inseln werden, bei welchen dasMeerwasser zu einer Zeit leichteren Zutritt zu einem vulkanischenHeerde hat als zu einer anderen. So könnte, wenn dieser Zufluss inder Tliat nöthig ist, und derselbe durch Veränderungen, welche dasMeer weiter entfernen, unterbrochen wird, eine Gegend, welche in ei-ner Periode thätige Vulkane besitzt, in einer anderen bloss erloscheneKrater haben. Dies braucht aber selbst dann nicht nothwendig immerdie wirkliche Ursache der Veränderung zu sein, da auch die allgemeinenBedingungen, welche die vulkanische Thätigkeit in solchen Districtenhervorgerufen haben, erschöpft sein können, so dass ihre Thätigkeiterlosch, mag nun der Zufluss des Wassers sich verändert haben, oder

nicht.

Was nun auch die Ursache gewesen sein mag, dass vulkanischeKeuer aufgehört haben, so giebt es ganze Districte, unabhängig vonsolchen, in denen noch zum Theil thätige Vulkane existiren oder we-nigstens in historischen Zeiten existirt haben, welche deutlich zeigen,dass vulkanische Thätigkeit in ihnen in einer nicht entfernten geologi-schen Zeit existirt hat, indem man Haufen von Rapillen und Aschennebst Lavaströmen findet, die noch so frisch sind, als wären sie eben'insgeworfen worden. Die Auvergne im Inneren von Frankreich istseit einem Jahrhundert als eine Gegend von erloschener vulkanischerhätigkeit bekannt. Diese scheint eine lange Zeit hindurch ange-auert zu haben, und verschiedene Communicationspunkte zwischene m Erdinneren und der Atmosphäre in verschiedenen Zeiten entstan-en z u sein. Nächst der Auvergne finden sich ähnliche Ablagerungen! n Frankreich im Cantal, dem Velay, dem Vivarais, den Cevennen undln ^ er Nachbarschaft von Marseille und Montpellier. In Deutschlandsieht man sie an der Eifel, dem Siebengebirge u. s. w. Ungarn, Sie-nbürgen und Steiermark haben ihre trachytischen und andere feuer-gebildete Producte. Erloschene vulkanische Thätigkeit findet man inpanien und Sardinien; in Italien giebt es sowohl erloschene als thä-*ge Vulkane, ebenso in Griechenland mit Einschluss seiner Inseln.

°schene Vulkane finden sich in Kleinasien, und besonders in demgrossen Districte der Katakekaumene. In Bezug auf Palästina hat man16 ^ er störung von Sodom und Gomorra vulkanischen Ausbrüchen^geschrieben; auch findet man daselbst Spuren an anderen Orten,nso m Persien und den benachbarten Ländern,ch n verschiedenen Theilen der Erde, sowohl da, wo keine deutli-n mit Aschen und Rapillen vermischten Lavaströme in kegeliörmi-