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Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
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Schlammvulkane von Makaluba.

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That dort Naphthaquellen in der Nähe der kraterartigen Einsenkungvon Khouter. An einigen Orten scheinen die Salsen Flammen undSchlamm an denselben Orten in verschiedenen Zeiten hervorgebrachtzu haben, an anderen erheben sich diese plötzlich an früheren, nichtbekannten Stellen*). Die Gase aus den Salsen von Baku, Taman undKertch und aus der Nachbarschaft von Tiflis, wo ähnliche Thatsachenbeobachtet wurden, sind nicht so gut bekannt, als es wiinsclienswerthist. Dubois de Montpereux erwähnt das Aufsteigen von Schwefel-'vasserstoffgas, als der Schlamm von Khouter umgerührt wurde, undeine Schwefelquelle war auch nicht weit davon entfernt. Verneuilgiebt einigen von den kegelförmigen Schlammanhäufungen von Tamannnd der östlichen Krimm eine Höhe von 250 Fuss. In dem ausgewor-fenen Schlamme finden sich Schwefelkiese. Diese Ausbrüche von Flam-nien, Rauch und Schlamm kommen sowohl in dem seichten Wasservor, welches an das Festland grenzt, wie auf dem letzteren selbst, ver-grössern dasselbe und verändern seine Form. Im Jahre 1814 stiegenFlammen aus dem Azowschen Meere auf, Schlamm wurde ausgeworfenünd allmälig eine Insel gebildet. Unter den bei diesen Eruptionenausgeworfenen Steinen finden sich Kalksteine und Schiefer, die nichtunter den benachbarten Schichten bekannt sind.

Daubeny schreibt die Schlammvulkane von Makaluba bei Gir-genti, wo Schlamm und bituminöse Stoffe ausgeworfen werden, derVerbrennung von Schwefelschichten zu, die dort mit den blauen Tho-nen Vorkommen, aus denen diese Schlammeruptionen stattfinden. Erfand, dass die ausströmenden Gase aus Kohlensäure und Kohlenwasser-stoff bestanden. Zur Zeit seines Besuches waren die Höhlungen kleinnnd mit Wasser gefüllt, dessen Temperatur etwas mehr als die ge-wöhnliche des Ortes betrug und mit Schlamm und Bitumen gemischtWar, durch welches die Gase austraten. Daube ny schreibt ähnliche

*) Dubois de Montpdreux ( Voyage- auümr du Caucase, t. V., p. 51 ) er-wähnt hinsichtlich dieser Schlammvulkane, dass Koukou-oba in Thiitigkcitwar im Februar 1794 ; und Koussou-oba am 2G. April 1818 ; dass dieBaupteruplion von Gnila-gora bei Temrouk im Februar 1815 war; dasseine Insel vor der Insel Tyrambe am 10 . Mai 1814 erschien, und dassder Schlammvulkan von Taman niemals in einem grösseren Tkätigkcits-zustande als im April 1885 war. Er bemerkt, dass diese Eruptionen ineiner Jahreszeit statthatten, und bestätigt die Angabe von Pallas, dassdie einzig bekannte Eruption im Herbst am 5 . September 1799 war, alsdie erste Insel aufgeworfen wurde. In dem geologischen Atlas, welcherdieVoyage autour du Caucase begleitet, findet sich eine Karte, aufwelcher die verschiedenen Salsen oder Schlammvulkane von Taman undKertcli aufgetragen sind, und in der Carte generale geologique desselbenWerkes finden sich auch die Districte von Baku und Tiflis. Section pl.KXV. zeigt die Abwechselungen bituminösen Schiefers und Sandes, ausdenen ein Schlammvulkan bei Koutchougourei, am Azowschen Meere,

ausbrach.